Jede Kaffeemaschine mit Milchfunktion hat ein Milchsystem aus Schläuchen, Düsen oder einem Milchbehälter. Durch diese engen Teile saugt die Maschine Milch an, erhitzt sie und schäumt sie auf. Fett und Eiweiß bleiben an den Bauteilen haften. Bleiben die Reste liegen, werden sie ranzig, riechen unangenehm, bilden Schimmel und verstopfen feine Düsen.
Die tägliche Spülung verhindert das. Sie dauert nur kurz und hält das System bis zur nächsten gründlichen Reinigung sauber.
Warum Milchreste zum Problem werden
Milchreste trocknen in den schmalen Schläuchen und Düsen schnell an. Fett und Eiweiß bilden einen dünnen Film, der sich mit jeder weiteren Zubereitung verstärkt. Daraus entstehen zwei konkrete Probleme: Die Reste verderben und verursachen einen ranzigen Geruch, der sich auf jedes Milchgetränk überträgt. Und die Ablagerungen verengen die feinen Öffnungen, durch die Milch angesaugt und aufgeschäumt wird. Die Düse schäumt dann schlechter oder verstopft ganz.
Dazu kommt die Wärme der Maschine. Ein warmes Milchsystem trocknet schneller aus, und angetrocknete Reste lassen sich deutlich schwerer entfernen als frische. Wer das System regelmäßig spült, verhindert, dass aus einem dünnen Film eine feste Schicht wird. Ohne regelmäßiges Spülen wird das Milchsystem mit der Zeit zum Keimträger, der jede Tasse Milchschaum mit unerwünschten Bakterien belastet.
Die tägliche Spülung
Spülen Sie das Milchsystem, solange die Milch noch frisch ist. Lassen Sie dazu nach der Zubereitung kurz Wasser oder Dampf durch das System laufen, je nachdem, was Ihre Maschine vorsieht.
Bei einem Dampfrohr, wie es an Espressomaschinen üblich ist, genügt es, die Düse außen mit einem feuchten Tuch abzuwischen und danach kurz Dampf ins Leere zu stoßen. Das bläst Milchreste aus der Öffnung, bevor sie antrocknen.
Bei Maschinen mit Milchschlauch und Milchbehälter spülen Sie den Behälter mit klarem Wasser aus und lassen Sie etwas Wasser durch den Schlauch laufen. Viele Maschinen haben dafür eine eigene Spülfunktion, die Sie im Display starten. Wenn Sie mehrmals täglich Milchgetränke zubereiten, spülen Sie am besten nach jeder Zubereitung. Mindestens einmal am Tag sollte die Spülung stattfinden, damit keine Reste über Nacht antrocknen.
Die tägliche Spülung mit Wasser entfernt frische Milch. Angetrocknete Ablagerungen entfernt die regelmäßige Reinigung mit einem Reinigungsmittel. Sie ist einmal pro Woche oder nach Herstellerangabe fällig.
Dampfrohr, Milchbehälter und feste Systeme pflegen
Nicht jede Maschine hat dasselbe Milchsystem, und die Reinigung muss zur Bauart passen.
Das Dampfrohr an einer Espressomaschine kommt nur mit der Milch in Kontakt, die Sie aufschäumen. Hier reicht die tägliche Spülung mit Dampf aus, ergänzt durch gelegentliches Einweichen der Düse.
Vollautomaten mit Milchbehälter haben einen Schlauch, der Milch ansaugt, und einen Behälter, in dem die Milch steht. Beide Teile müssen Sie regelmäßig spülen. Ist der Behälter abnehmbar, können Sie ihn in der Spülmaschine reinigen, sofern die Bedienungsanleitung das erlaubt.
Maschinen mit fest eingebautem Milchsystem und automatischem Reinigungsprogramm übernehmen die gründliche Reinigung teilweise selbst. Sie starten das Programm, und die Maschine spült das System mit Reinigungslösung durch. Auch hier gilt: Das automatische Programm ersetzt die tägliche Spülung mit Wasser nicht. Sie bleibt trotzdem nötig.
In allen Fällen hat die Bedienungsanleitung Vorrang. Sie sagt, welche Teile Sie abnehmen dürfen, welche Reinigungsmittel geeignet sind und wie oft die gründliche Reinigung fällig ist.
Schläuche und Düsen zerlegen
Wenn die Bauart es erlaubt, zerlegen Sie das Milchsystem in seine Einzelteile. Üblich ist das bei Milchbehältern, Milchschläuchen und aufsteckbaren Düsen. Diese Teile spülen Sie am besten direkt nach der Benutzung unter warmem Wasser ab, denn dann löst sich die Milch noch rückstandsfrei.
Nicht jedes Bauteil ist für die Zerlegung gedacht. Wenn Sie mit Gewalt an einem fest verbauten Schlauch ziehen, beschädigen Sie Dichtungen oder die Halterung. Zerlegen Sie deshalb nur, was die Anleitung ausdrücklich als abnehmbar ausweist. Merken Sie sich die Reihenfolge der Teile oder fotografieren Sie den Aufbau, dann klappt der Zusammenbau ohne Rätselraten.
Sind einmal Reste angetrocknet, hilft Einweichen. Legen Sie die abnehmbaren Teile in warmes Wasser mit etwas mildem Spülmittel oder einem vom Hersteller freigegebenen Reinigungsmittel. Aggressive Chemikalien gehören nicht an Dichtungen und Kunststoffteile. Sie machen das Material spröde und undicht.
Geruch und Ablagerungen vorbeugen
Gegen Geruch hilft vor allem, Milchreste gar nicht erst antrocknen zu lassen. Reinigen Sie das System direkt nach der letzten Milchzubereitung, nicht erst abends oder am nächsten Morgen.
Auch der Umgang mit der Milch selbst beeinflusst die Hygiene. Verwenden Sie frische, gekühlte Milch und lassen Sie sie nicht stundenlang bei Zimmertemperatur im Behälter stehen. Ist der Milchbehälter abnehmbar, leeren und spülen Sie ihn nach Gebrauch. Im Kühlschrank bleibt er bis zur nächsten Verwendung frisch.
Wasser allein löst Fett- und Eiweißreste nicht; die wöchentliche Reinigung mit einem geeigneten Reinigungsmittel entfernt sie. Viele Hersteller bieten dafür Pulver, Flüssigreiniger oder Reinigungstabs an, die auf das jeweilige System abgestimmt sind. Wenn trotz regelmäßiger Pflege ein Geruch bleibt, wiederholen Sie die Reinigung und prüfen Sie den Schlauch auf sichtbare Beläge. In hartnäckigen Fällen hilft es, den Schlauch auszutauschen, sofern er als Verschleißteil vorgesehen ist.