Schlieren auf Laminat entstehen durch Feuchtigkeit, Reinigungsmittel und Trocknungsbedingungen, nicht durch Schmutz. Die Luftfeuchtigkeit im Raum bestimmt, wie schnell der Boden trocknet und ob Rückstände sichtbar bleiben.
Sparsam wischen und richtig lüften: So bekommt der Boden keine Streifen und bleibt sauber.
Warum Schlieren auf Laminat entstehen
Laminat besteht aus einer Holzfaserplatte, die mit einer transparenten Schutzschicht aus Melaminharz versiegelt ist; diese Schicht ist glatt, aber nicht völlig porenfrei. Beim Wischen bleibt ein dünner Film aus Wasser und Reinigungsmittel auf der Oberfläche zurück. Trocknet dieser Film gleichmäßig und schnell, ist nichts davon zu sehen. Trocknet er langsam oder ungleichmäßig, setzen sich die gelösten Rückstände als Schlieren ab.
Ob Schlieren entstehen, hängt von vier Faktoren ab: der Menge des Wassers, der Dosierung des Reinigungsmittels und der Struktur der Oberfläche. Dazu kommen die Trocknungsbedingungen im Raum. Zu viel Reinigungsmittel hinterlässt einen klebrigen Film, der Staub anzieht und matt wirkt. Zu viel Wasser braucht lange zum Trocknen und kann in die Fugen ziehen. Beides führt zu sichtbaren Streifen, obwohl der Boden sauber ist.
Die Luftfeuchtigkeit beeinflusst das Trocknen
Die Trocknungsgeschwindigkeit hängt direkt von der Luftfeuchtigkeit ab. Feuchte Raumluft nimmt nur wenig zusätzliches Wasser auf. Der Feuchtigkeitsfilm bleibt dann länger auf dem Laminat, und die gelösten Reinigungsmittel setzen sich ungleichmäßig ab. Bei trockener Luft verdunstet das Wasser schneller und der Film trocknet gleichmäßiger. Schlieren entstehen dann seltener.
Sie müssen den Raum vor jedem Wischen nicht erst aufwendig trocknen; normale Raumluft reicht. In schlecht gelüfteten Räumen, besonders nach dem Duschen, Kochen oder in der Heizperiode, steigt die Luftfeuchtigkeit spürbar an. Wer dann wischt, arbeitet unter Bedingungen, die Schlieren begünstigen.
Richtig lüften, damit der Boden schnell trocknet
Die einfachste Maßnahme ist Stoßlüften: Öffnen Sie die Fenster ganz und lüften Sie für einige Minuten kräftig durch. Das senkt die Luftfeuchtigkeit schneller als ein dauerhaft gekipptes Fenster und kühlt die Wände dabei weniger aus. Mehrmals täglich wiederholt, reicht das in normal genutzten Räumen aus.
Querlüften ist besonders wirkungsvoll: Öffnen Sie mehrere Fenster oder eine Tür auf der gegenüberliegenden Seite. Der Luftzug trägt die feuchte Luft direkt nach draußen. Lüften Sie am besten vor dem Wischen, damit der Raum trockenere Luft hat. Nach dem Wischen können Sie kurz erneut lüften, um die Verdunstung zu beschleunigen. Achten Sie darauf, dass der Boden beim Lüften nicht zu stark auskühlt. Starkes Auskühlen schadet dem Material nicht, verlängert aber bei sehr kalter Außenluft die Trocknungszeit.
Wasser und Reinigungsmittel sparsam dosieren
Die wichtigste Regel beim Laminatwischen lautet: Der Boden soll feucht, nicht nass werden. Wringen Sie den Wischbezug gut aus, bis keine Tropfen mehr herauslaufen. Ein nur leicht feuchter Bezug nimmt Schmutz auf, ohne einen sichtbaren Wasserfilm zu hinterlassen. Bei hartnäckigen Flecken hilft es, die Stelle gezielt mit einem leicht feuchten Tuch zu bearbeiten, statt den ganzen Boden nass zu wischen.
Verwenden Sie ein Reinigungsmittel, das für Laminat geeignet ist, und halten Sie sich an die Dosierung auf der Verpackung. Mehr Mittel bedeutet mehr Rückstände, aber nicht mehr Sauberkeit. Bei Parkett gilt das Gleiche, aber je nach Versiegelung reagiert es anders. Geölte Oberflächen nehmen Feuchtigkeit anders auf als lackierte. Im Zweifel entscheidet die Pflegeanleitung des Herstellers.
Laminat in Bahnen wischen
Wischen Sie in Bahnen, am besten von der Fensterseite zur Tür. Dann laufen Sie nicht über die feuchte Fläche. Arbeiten Sie zügig und überlappen Sie die Bahnen leicht, so werden keine Stellen ausgelassen. Ein Wischbezug aus Mikrofaser nimmt Wasser und Schmutz gut auf und hinterlässt weniger Streifen als herkömmliche Baumwollbezüge. Wechseln Sie den Bezug, sobald er sichtbar schmutzig ist, sonst verteilen Sie den Schmutz nur.
Wenn nach dem Trocknen trotzdem Schlieren sichtbar sind, wischen Sie den Boden nicht einfach mit mehr Wasser nach. Gehen Sie stattdessen mit einem leicht angefeuchteten, gut ausgewrungenen Tuch über die betroffenen Stellen. Damit lösen Sie die Rückstände, ohne neue Feuchtigkeit in die Fläche zu bringen.