Ein Küchenschwamm sieht oft noch sauber aus und riecht normal, obwohl er bereits stark mit Keimen belastet ist. Weder Aussehen noch Geruch zeigen, wann er gefährlich wird. Wer erst wechselt, wenn der Schwamm unangenehm riecht oder unschön aussieht, wechselt zu spät. Wechseln Sie den Schwamm deshalb regelmäßig nach Zeit, nicht nach Aussehen.

Warum sich Keime im Schwamm vermehren

Ein Spülschwamm bietet Bakterien nahezu ideale Bedingungen. Seine poröse Oberfläche hält Feuchtigkeit, Speisereste und Schmutz fest. Dazu kommt die Wärme in der Küche. So entsteht ein feuchtwarmes Umfeld, in dem sich Keime schnell vermehren. Da der Schwamm nach dem Spülen nur langsam durchtrocknet, steigt die Keimbelastung innerhalb kurzer Zeit deutlich an.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat gezeigt, dass sich in herkömmlichen Küchenschwämmen krankmachende Erreger wie Salmonellen und E. coli vermehren können. Eine Studie der Hochschule Furtwangen fand in gebrauchten Spülschwämmen bis zu 54 Milliarden Bakterien pro Kubikzentimeter, darunter auch Krankheitserreger wie Salmonellen und Campylobacter.

Warnzeichen, auf die Sie nicht warten sollten

Ein Schwamm, der unangenehm riecht, eine schmierige Oberfläche hat oder sichtbar verschmutzt ist, gehört sofort in den Müll. Diese Zeichen zeigen eine hohe Keimbelastung an. Aber wichtig: Fehlen diese Zeichen, heißt das nichts. Das BfR konnte an kontaminierten Versuchsschwämmen weder sichtbare Verschmutzung noch eine schmierige Oberfläche feststellen, obwohl die Schwämme Erreger enthielten, die Lebensmittelinfektionen mit Durchfall auslösen können.

Auch die Konsistenz ist ein Hinweis. Wird der Schwamm brüchig, zerfällt er oder verliert er seine Form, sollten Sie ihn ersetzen. Ein zerfallender Schwamm verteilt Schmutz eher, als dass er ihn aufnimmt.

Wem der Schwamm gefährlich wird

Für gesunde Erwachsene ist ein keimbelasteter Schwamm meist kein großes Problem. Das Immunsystem kommt mit den meisten Erregern zurecht. Anders ist es für Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Dazu zählen ältere Menschen, chronisch Kranke und Personen, die Medikamente einnehmen, die die Abwehrkräfte senken. Bei ihnen kann ein stark belasteter Schwamm zu Lebensmittelinfektionen führen, die ernstere Folgen haben.

Schon leichter Druck genügt laut BfR, um Keime von einem kontaminierten Schwamm auf eine Oberfläche zu übertragen. Wenn Sie also mit dem Schwamm über die Arbeitsplatte wischen und danach dort Lebensmittel zubereiten, können die Erreger auf das Essen gelangen.

So senken Sie die Keimbelastung

Sie können die Keimbelastung senken und den Schwamm länger nutzen, ohne die Hygiene zu vernachlässigen. Die wichtigste Maßnahme ist das Trocknen. Wringen Sie den Schwamm nach jedem Gebrauch kräftig aus und legen Sie ihn an einen Ort, an dem er schnell trocknet. Ein trockener Schwamm ist für Bakterien deutlich weniger attraktiv als ein feuchter.

Zwei Reinigungsmethoden haben sich im Haushalt bewährt:

  • Mikrowelle: Legen Sie den feuchten Schwamm für etwa eine Minute bei hoher Leistung in die Mikrowelle. Wichtig ist, dass er wirklich nass ist, sonst kann er Feuer fangen. Lassen Sie ihn danach abkühlen, bevor Sie ihn anfassen. Schwämme mit Metallanteil oder Scheuerschwämme gehören nicht in die Mikrowelle.
  • Spülmaschine: Legen Sie den Schwamm ins obere Fach der Spülmaschine und lassen Sie ihn beim nächsten Spülgang mitlaufen. Das heiße Wasser mit Reinigungsmittel tötet einen Großteil der Keime ab.

Diese Methoden reduzieren die Keimzahl, aber sie machen den Schwamm nicht steril. Nach einiger Zeit ist die Belastung trotzdem wieder hoch. Deshalb ersetzen sie den regelmäßigen Wechsel nicht.

Eine weitere sinnvolle Maßnahme ist die Trennung der Einsatzbereiche. Verwenden Sie einen Schwamm nur für das Geschirr und einen anderen für die Arbeitsplatte. Ein Schwamm, der rohes Fleisch oder Geflügel berührt hat, sollte direkt entsorgt werden, da sich dort besonders leicht krankmachende Keime ansiedeln.

Wann Sie den Schwamm wechseln sollten

Eine verbreitete Faustregel ist, den Küchenschwamm etwa alle ein bis zwei Wochen auszutauschen. Das ist ein guter Richtwert für den normalen Haushalt. Wenn Sie viel kochen, mehrere Personen versorgen oder häufig rohes Fleisch verarbeiten, wechseln Sie eher nach einer Woche. Lebt nur eine Person im Haushalt und wird wenig gekocht, kann der Schwamm auch zwei Wochen halten.

Verlassen Sie sich nicht auf Ihr Gefühl. Ein Schwamm, der nach einer Woche noch tadellos aussieht, kann trotzdem stark belastet sein. Der regelmäßige Wechsel nach Kalender ist die einzige zuverlässige Methode.