Ein kühler Keller ist im Sommer angenehm, aber diese Kühle macht das Lüften zur Falle. Wenn Sie an einem heißen Tag die Fenster öffnen, strömt warme, feuchte Luft in den kühlen Raum. Sie kühlt ab und gibt Feuchtigkeit an Wände und Boden ab. Das erhöht die Luftfeuchtigkeit und fördert Schimmelbildung.
Die Regel lautet: Lüften Sie den Keller im Sommer nur, wenn es draußen kühler ist als drinnen. Dann ist die Außenluft meist trockener und entzieht dem Keller Feuchtigkeit.
Wann Sommerlüftung hilft
Die beste Zeit fürs Kellerlüften ist der frühe Morgen oder der späte Abend. In diesen Stunden ist die Außentemperatur am niedrigsten, und die Luft enthält weniger Wasserdampf als mittags. Wenn Sie morgens um sechs oder abends nach zehn die Fenster öffnen, holen Sie kühle, vergleichsweise trockene Luft in den Keller. Diese Luft nimmt Feuchtigkeit von Wänden und Boden auf und trägt sie beim Verlassen des Raums nach draußen.
Achten Sie auf den Unterschied zwischen Innen- und Außentemperatur. Messen Sie die Temperatur im Keller und draußen, bevor Sie die Fenster öffnen. Nur wenn es draußen kühler ist als im Keller, hilft das Lüften. Wenn es draußen wärmer ist, lassen Sie die Fenster besser zu.
Wann Lüften schadet
An heißen Sommertagen ist die Außenluft oft wärmer und feuchter als die Luft im Keller. Wenn Sie dann die Fenster öffnen, strömt diese warme, feuchte Luft in den kühlen Raum. Die Luft kühlt an den kalten Kellerwänden ab, und die relative Luftfeuchtigkeit steigt stark an. Das Wasser kondensiert an den Wänden. Genau diese feuchten Oberflächen sind der ideale Nährboden für Schimmelpilze.
Am Abend ist die Situation besonders heikel. Wenn die Sonne untergeht, kühlt die Außenluft zwar ab, aber die Luftfeuchtigkeit bleibt oft hoch. Wenn Sie dann wegen der passenden Temperatur die Fenster öffnen, kann die feuchte Luft trotzdem Probleme verursachen. Achten Sie auf die Wetterlage: Nach einem Regenschauer oder an einem schwülen Tag ist die Luft auch bei niedrigeren Temperaturen mit Feuchtigkeit gesättigt. Dann lüften Sie besser gar nicht.
Temperatur und Feuchtigkeit vergleichen
Die Temperatur allein reicht nicht aus, um über das Lüften zu entscheiden. Entscheidend ist die Luftfeuchtigkeit, genauer gesagt die relative Luftfeuchtigkeit. Sie gibt an, wie viel Wasserdampf die Luft im Verhältnis zu ihrer maximalen Aufnahmefähigkeit enthält. Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte, deshalb ist die relative Luftfeuchtigkeit bei gleichem Wassergehalt niedriger, wenn die Temperatur steigt.
In der Praxis brauchen Sie ein Hygrometer, um die Luftfeuchtigkeit im Keller zu messen. Ein einfaches Gerät mit Temperatur- und Feuchtigkeitsanzeige kostet wenig und hilft Ihnen, die richtige Entscheidung zu treffen. Messen Sie die Werte im Keller und draußen. Lüften Sie nur, wenn die Außenluft kühler und trockener ist als die Kellerluft. Wenn Sie kein zweites Hygrometer für draußen haben, reicht die Temperaturregel als erste Orientierung. Beachten Sie aber die Wettervorhersage und die aktuelle Wetterlage.
Richtig lüften: Querlüften statt Kippen
Wenn die Bedingungen stimmen, öffnen Sie alle Fenster und Türen, die der Keller hat. So entsteht ein Durchzug, der die Luft schnell austauscht. Ein gekipptes Fenster bringt dagegen kaum etwas: Die Luftzirkulation ist zu schwach, und über viele Stunden strömt unkontrolliert Feuchtigkeit in den Raum. Lassen Sie Fenster im Sommer also nie dauerhaft gekippt, auch nicht nachts. Besser ist es, zwei- bis dreimal am Tag für zehn bis fünfzehn Minuten kräftig durchzulüften, wenn die Außentemperatur niedriger ist als die Kellertemperatur.
Wenn Lüften nicht reicht
Trotz richtiger Lüftung kann die Luftfeuchtigkeit im Keller hoch bleiben. Das passiert besonders in alten Gebäuden mit feuchten Wänden oder in Regionen mit hoher Luftfeuchtigkeit. Messen Sie regelmäßig die Werte. Wenn die relative Luftfeuchtigkeit dauerhaft zu hoch liegt, reicht das Fensterlüften nicht mehr aus. Dann hilft ein Luftentfeuchter, der dem Raum aktiv Wasser entzieht. Solche Geräte arbeiten mit einem Kompressor oder einem Granulat. Wählen Sie das Gerät je nach Kellergröße und Feuchtigkeitsbelastung aus. Ein Luftentfeuchter ist keine Dauerlösung für bauliche Probleme, aber er verhindert, dass sich Schimmel bildet, während Sie die Ursache der Feuchtigkeit angehen.