Bei jedem Bezug bleiben Rückstände zurück: Kaffeeöle setzen sich an Brühgruppe und Auslauf ab, Milchreste verkleben die Schläuche des Milchsystems, Kalk aus dem Leitungswasser lagert sich im Inneren ab. Das gilt für Vollautomaten und Siebträger. Die Ablagerungen verschlechtern den Geschmack, bieten Bakterien Nährboden und machen die Maschine mit der Zeit langsamer oder lauter.

Regelmäßige Pflege von Wassertank, Brühgruppe und Milchsystem sowie Entkalken sorgen für konstant guten Kaffee und eine längere Lebensdauer. Der Aufwand ist gering, wenn man die richtigen Handgriffe kennt.

Warum regelmäßige Reinigung nötig ist

Kaffee besteht nicht nur aus Wasser und Aromastoffen, sondern auch aus Ölen und feinen Partikeln. Beim Brühvorgang bleiben diese Reste an allen Teilen hängen, die mit dem Kaffee in Kontakt kommen. Bei Milchgetränken kommen Fette und Proteine dazu. Sie haften besonders hartnäckig und können schnell ranzig werden. Bleiben diese Rückstände über Tage liegen, verändern sie den Geschmack des nächsten Kaffees und können die Mechanik der Maschine beeinträchtigen. Eine Maschine, die regelmäßig gereinigt wird, arbeitet zuverlässiger und der Kaffee schmeckt frischer.

Wassertank reinigen

Der Wassertank ist der einfachste Teil der Pflege, wird aber oft vernachlässigt. Leeren Sie ihn, wenn Sie die Maschine längere Zeit nicht benutzen, und spülen Sie ihn bei jedem Nachfüllen kurz mit klarem Wasser aus. Sichtbare Ablagerungen an der Tankwand entfernen Sie mit einem weichen Schwamm und etwas Spülmittel. Danach spülen Sie gründlich nach, damit keine Seifenreste ins Gerät gelangen.

Wie lange Wasser im Tank bleiben darf, hängt von der Umgebung ab. Steht die Maschine in einer normal temperierten Küche, ist Wasser, das einen Tag alt ist, unbedenklich. Bei längerer Standzeit leeren Sie den Tank, füllen frisches Wasser ein und lassen ein bis zwei Leerbezüge ohne Kaffeepulver durchlaufen, bis das alte Wasser aus den Leitungen gespült ist. Das verhindert, dass abgestandenes Wasser den Geschmack des ersten Kaffees beeinträchtigt. Wenn Sie sehr kalkhaltiges Leitungswasser haben, können Sie gefiltertes Wasser verwenden. Das reduziert die Kalkmenge, die sich im Gerät absetzt, und verlängert die Intervalle zwischen dem Entkalken.

Brühgruppe reinigen

Die Brühgruppe ist das Herzstück eines Vollautomaten. Sie presst das heiße Wasser durch das Kaffeepulver und sammelt dabei Öle und feine Partikel. Die meisten Vollautomaten haben eine entnehmbare Brühgruppe. Sie können sie regelmäßig unter fließendem Wasser abspülen. So gehen Sie vor:

  1. Schalten Sie die Maschine aus und ziehen Sie den Netzstecker.
  2. Öffnen Sie die Seitentür oder die Klappe, hinter der die Brühgruppe sitzt.
  3. Entnehmen Sie die Brühgruppe, indem Sie sie entriegeln und vorsichtig herausziehen.
  4. Spülen Sie sie unter lauwarmem, fließendem Wasser ab. Verwenden Sie keine Spülmittel, denn Rückstände davon würden in den nächsten Kaffee gelangen. Bei hartnäckigen Belägen hilft eine weiche Bürste.
  5. Lassen Sie die Brühgruppe vollständig trocknen, bevor Sie sie wieder einsetzen.
  6. Setzen Sie sie ein, bis sie hörbar einrastet, und schließen Sie die Klappe.

Wie oft das nötig ist, steht in der Bedienungsanleitung. Üblich ist eine Reinigung nach einer bestimmten Anzahl von Bezügen oder einmal pro Woche bei täglicher Nutzung. Einige Maschinen zeigen selbst an, wann die Brühgruppe gereinigt werden muss. Wenn die Brühgruppe nicht entnehmbar ist, führt die Maschine ein Reinigungsprogramm aus, das Sie mit einer Reinigungstablette starten. Auch hier gilt: Herstellerangaben beachten.

Milchsystem spülen

Milchreste sind der empfindlichste Teil der Maschine. Fette und Proteine aus der Milch setzen sich in den Schläuchen und an der Düse ab, trocknen ein und können bei Zimmertemperatur schnell unangenehm riechen. Deshalb spülen Sie das Milchsystem direkt nach jedem Milchgetränk. Bei den meisten Vollautomaten genügt es, einen kurzen Spülvorgang mit heißem Wasser zu starten, der die Milchreste aus den Leitungen spült. Bei Maschinen mit abnehmbarem Milchbehälter oder Milchschlauch spülen Sie diese Teile unter fließendem Wasser und reinigen sie gelegentlich mit Spülmittel, wenn die Anleitung das erlaubt.

Einmal pro Woche oder nach Herstellerangabe spülen Sie das Milchsystem zusätzlich mit einem speziellen Milchreiniger durch. Diese Mittel lösen Fett und Protein besser als Wasser allein. Danach spült die Maschine mit klarem Wasser nach, sodass keine Reinigungsreste im nächsten Getränk landen.

Entkalken

Beim Entkalken lösen Sie Kalkablagerungen im Inneren der Maschine, die sich aus dem Leitungswasser bilden. Das ist etwas anderes als die Reinigung von Brühgruppe und Milchsystem. Die Reinigung entfernt Kaffee- und Milchreste, das Entkalken entfernt Mineralablagerungen. Beides ist nötig, und beides läuft über separate Programme.

Wie oft Sie entkalken müssen, hängt von der Wasserhärte und der Nutzung ab. Viele Maschinen zeigen den Entkalkungsbedarf selbst an. Wenn keine Anzeige existiert, orientieren Sie sich an der Herstellerempfehlung, die meist zwischen zwei und vier Monaten liegt. Hartes Wasser verkürzt das Intervall, weiches Wasser verlängert es.

Beim Entkalkungsmittel lohnt sich ein Blick auf die Inhaltsstoffe. Viele handelsübliche Entkalker enthalten Sulfaminsäure. Sie wird in Kläranlagen nur schlecht abgebaut und kann ins Trinkwasser gelangen. Für Wasserorganismen ist sie schädlich. Umweltfreundlicher sind Mittel auf Basis von Zitronensäure, Milchsäure, Äpfelsäure oder Essigsäure, die biologisch abbaubar sind. Stiftung Warentest hat Hersteller von Vollautomaten befragt, welche Entkalker sie empfehlen. Die Angaben in der Bedienungsanleitung haben dabei Vorrang, weil die Mittel auf das jeweilige Gerät abgestimmt sind. Wenn die Anleitung keine bestimmte Säure vorschreibt, greifen Sie zu einem Produkt mit organischen Säuren.

Der Ablauf ist bei den meisten Maschinen ähnlich. Geben Sie den Entkalker nach Anleitung in den Wassertank, starten Sie das Entkalkungsprogramm und lassen Sie die Maschine den Vorgang durchlaufen. Danach folgt meist ein oder mehrere Spülgänge mit klarem Wasser, damit keine Entkalkerlösung in der Maschine zurückbleibt. Führen Sie das Programm nicht abgekürzt aus, sonst bleiben Reste in den Leitungen.