Waagerechte Lamellen ziehen Staub an; in Küche und Bad kommen Fett, Dampf und Kondenswasser hinzu. Wer jede Lamelle einzeln abwischt, braucht pro Fenster eine halbe Stunde. Die richtige Technik reinigt ohne Abnahme der Lamellen deutlich schneller, und die richtige Pflege beugt hartnäckigen Ablagerungen vor. Für stärkere Verschmutzung ist eine andere Technik nötig.

Warum Lamellen so schnell verschmutzen

Lamellen liegen waagerecht und sind damit eine ideale Ablagefläche. Der Staub setzt sich auf der Oberseite ab, und sobald die Lamellen gekippt werden, rieselt ein Teil davon auf die darunter liegenden. Dazu kommt in Küche und Bad Feuchtigkeit: Fettdampf aus der Pfanne legt sich als dünner Film auf die Oberfläche, und dieser Film bindet den Staub fest. Trockenes Abstauben reicht dann oft nicht mehr aus, weil der Schmutz klebt.

Hinzu kommt statische Aufladung. Gerade Kunststofflamellen und beschichtete Aluprofile laden sich durch Reibung auf und ziehen neue Partikel an. Das erklärt, warum manche Lamellen eine Woche nach dem Putzen wieder grau aussehen.

Schnelle Grundreinigung ohne Abbau

Sie müssen die Lamellen nicht einzeln abnehmen, um sie sauber zu bekommen. Drei Geräte erledigen die grobe Staubschicht in wenigen Minuten am montierten Behang:

  • Staubwedel mit Mikrofaser- oder Lammwollkopf: Führen Sie den Wedel in geschlossenem Zustand der Lamellen waagerecht über die Oberseiten. Danach drehen Sie die Lamellen in die andere Richtung und wiederholen das auf der Unterseite. Das funktioniert besser als vertikales Abstreifen, weil der Wedel sonst den Staub nur von einer Lamelle auf die nächste schiebt.
  • Federstaubwedel (wie Swiffer oder Staubmagnet): Diese Wedel mit elektrostatisch aufgeladenen Fasern saugen Staub förmlich an, statt ihn nur zu verwedeln. Sie eignen sich besonders für Flachlamellen aus Aluminium oder Kunststoff.
  • Staubwedel mit langem Stiel: Für Jalousien, die über einer Arbeitsplatte oder direkt am Fenster hängen, erreichen Sie so auch die oberen Lamellen, ohne auf die Fensterbank zu steigen.

Die Technik ist entscheidend: Streifen Sie die Lamellen nicht gegen die Kante, sondern legen Sie den Wedel flach auf die Fläche und ziehen Sie ihn in einem Zug von innen nach außen. Dann bleibt der Staub im Wedel und rieselt nicht zwischen die Lamellen. Nach jeder kompletten Jalousie schütteln Sie den Wedel aus oder ziehen ihn durch einen feuchten Lappen, damit er wieder griffig wird.

Mechanische Alternative: Ein Staubsauger mit Polsterdüse, der auf niedriger Stufe läuft, entfernt Staub von geschlossenen Lamellen. Der Nachteil: Bei zu hoher Saugleistung zieht die Düse die Lamellen an und verbiegt sie. Bei sehr flexiblen Lamellen aus dünnem Kunststoff sollten Sie ganz darauf verzichten. Ein Handstaubsauger mit schmaler Fugendüse erreicht die Lücken zwischen den Lamellen besser.

Die Fächermethode

Wenn die Lamellen richtig verschmutzt sind, reicht Abstauben allein nicht mehr. Dämpfe aus der Küche und Wasserspritzer im Bad hinterlassen Fett- und Kalkfilme. Sie lassen sich ohne Demontage sauber bekommen, wenn Sie die Lamellen in eine senkrechte Position drehen und in Etagen arbeiten.

Sie brauchen: einen Eimer mit lauwarmem Wasser, ein Spülmittel, das Fett löst, und ein fusselfreies Mikrofasertuch. Für hartnäckige Ablagerungen an beschichteten Lamellen hilft ein Spritzer Spiritus oder Essigreiniger im Wasser. Bei Lack- oder Holzimitatlamellen bleiben Sie bei milder Seifenlauge, denn aggressive Reiniger greifen die Oberfläche an.

Arbeiten Sie von oben nach unten: Drehen Sie die Lamellen so, dass sie fast senkrecht stehen. Dann wischen Sie mit dem leicht feuchten Tuch jede Lamelle von der Mitte nach außen in einem Zug ab. Die Oberseite ist meist stärker verschmutzt als die Unterseite, deshalb reicht es oft, nur die Oberseite zu wischen und die Unterseite nur mit dem Staubwedel zu behandeln.

Fensterlose Seite (Innenseite) und Fensterseite (Außenseite) unterscheiden sich: Die zur Fensterscheibe gerichtete Seite bekommt in der Küche das Fett von aufsteigendem Dampf ab, in der Wohnung eher den feinen Staub, der sich zwischen Scheibe und Jalousie absetzt. Diese Seite wischen Sie gezielter, idealerweise mit einem feuchten Mikrofasertuch, das Sie über die Lamelle legen und in einem Zug abziehen. Legen Sie das Tuch wie eine Zange um die Lamelle und ziehen Sie es einmal komplett hinüber. Damit reinigen Sie Ober- und Unterseite in einem Zug.

Staubwedel mit langem Stiel

Wenn Sie nicht jede Lamelle einzeln anfassen wollen, ist ein Staubwedel mit langem Stiel oder ein Mikrofaser-Wedel mit ausziehbarem Griff am schnellsten. Die Bewegung ist bei allen Lamellen gleich: Sie führen den Wedel mit leichter Andruckbewegung einmal von der Mitte nach außen und einmal zurück. Die elektrostatische Ladung des Mikrofaserwedels zieht den Staub an, statt ihn nur zu verdrängen. Wer die Jalousie nebenbei sauber halten möchte, kommt mit diesem einen Durchgang pro Woche aus. Wer den Wedel nach jedem Durchgang in warmem Wasser mit einem Tropfen Spülmittel kurz auswringt, verhindert, dass der Staub beim nächsten Einsatz wieder abgesetzt wird.

Nass reinigen in Etappen

Bei fettigen Rückständen oder Vergilbung reicht das Trocknen nicht. Dann reinigen Sie die Lamellen nass, aber in Etappen und ohne sie abzunehmen.

Was Sie brauchen: Ein weiches Mikrofasertuch, lauwarmes Wasser, ein Spritzer Spülmittel und ein zweites, fast trockenes Tuch. Bei Kunststoff- und Alu-Lamellen arbeitet auch ein Universalreiniger ohne Scheuermittel. Bei Holzlack-Lamellen benutzen Sie ausschließlich einen feuchten, gut ausgewrungenen Lappen, denn zu viel Wasser quellt das Holz auf und lässt den Lack aufreißen.

Die Arbeit erfolgt von oben nach unten. Klemmen Sie die Jalousie leicht schräg, sodass Sie an jede Lamelle herankommen, ohne den ganzen Behang aufzuklappen. Wischen Sie jede Lamelle einzeln mit dem feuchten Lappen ab, ziehen Sie sofort mit dem trockenen Tuch nach. Das klingt aufwendig, ist aber bei einer Zimmertür-Jalousie in fünf Minuten erledigt. Hartnäckige Fettrückstände in der Küche lösen Sie mit einem Spülmitteltropfen im Wasser. Bei feinen Rillen hilft eine alte weiche Zahnbürste für die Unterseite, bevor Sie trocken nachwischen.

Kunststoff- oder Alu-Lamellen vertragen auch einen Allzweckreiniger aus der Sprühflasche, aufgetragen auf das Tuch, nicht direkt auf die Jalousie. Wenn Sie direkt auf die Lamellen sprühen, läuft die Flüssigkeit in die Halterungen und kann die Mechanik verkleben oder korrodieren. Nach der Reinigung drehen Sie die Lamellen in die offene Position und lassen Sie sie für eine Stunde geöffnet, damit die Restfeuchte verdunstet, bevor Sie wieder schließen. Sonst setzen sich an den Kanten Staubrückstände im feuchten Film fest.

Lamellen aus Holz behandeln Sie anders: Sie bekommen von Wasser schnell graue Stellen. Wischen Sie sie nur nebelfeucht ab, niemals nass. Bei vergilbten Kunststofflamellen hilft kein Hausmittel zuverlässig; die Vergilbung kommt von UV-Strahlung und ist irreversibel. In dem Fall hilft nur Ersatz durch neue Lamellen oder das Überstreichen mit Kunststofflack, was aber die Flexibilität der Lamellen beeinträchtigt.

Feuchtigkeit in Bad und Küche

In Küche und Bad sammelt sich nicht nur Staub, sondern auch Fett und Kalk. Dampf aus dem Kochtopf setzt sich als feiner Fettfilm auf den Lamellen ab, an dem der Staub kleben bleibt. Im Bad kondensiert Wasser an der Fensterjalousie, besonders nach dem Duschen. Das führt zu Kalkflecken und bei dauerhaft hoher Luftfeuchtigkeit zu Schimmel, gerade an den Rändern der Lamellen und an der Aufhängung.

In diesen Räumen lohnt sich ein kurzer Feuchtabwasch einmal pro Monat, im Wohnbereich reicht ein gelegentliches Abstauben im Abstand von zwei bis drei Monaten. Ein einfaches Unterscheidungsmerkmal: Liegt auf den Lamellen nur trockener Staub, genügt der Wedel. Klebt der Finger beim Darüberfahren auf der Fläche oder hinterlässt ein feuchter Lappen Streifen, dann ist eine feuchte Reinigung fällig.

In Küche und Bad öfter reinigen

In Küche und Bad hängen meist Lamellen aus Kunststoff oder lackiertem Aluminium, weil sie feucht abwischbar sind. Sie sollten hier nicht nur wegen des Staubs reinigen, sondern wegen des Fett- und Kalkfilms. In der Küche setzen Sie den Reinigungsintervall nach dem Kochen an: Wenn sich auf den Lamellen ein feiner Fettfilm abzeichnet, wischen Sie sie einmal quer ab. Ein feuchtes Mikrofasertuch mit etwas Spülmittel nimmt den Film in einem Zug auf. Im Bad wirkt ein Tropfen Glasreiniger auf dem Tuch gegen Kalkflecken. Der Glasreiniger verhindert auch, dass sich neuer Staub so schnell festsetzt, weil er eine glatte Schicht hinterlässt.

Das Fett aus der Dunstabzugshaube setzt sich auch an der Schnur, dem Führungsdraht oder der Kette ab. Diese Teile wischen Sie deshalb beim Reinigen mit ab. Die Klebestreifen-Methode für die Zwischenräume (Klebeband um den Finger wickeln und durch die Lamellen ziehen) ersetzt in der Küche das Abwischen nicht, weil dort Fett haftet und kein Staub.

Die Badewannen-Methode

Bei starker Verschmutzung hilft ein Bad in der Wanne: Die Lamellen müssen dafür nicht abmontiert werden, wenn die Jalousie eine abnehmbare, offene Unterkante hat. Sie drehen die Lamellen senkrecht, klappen die Jalousie aus der Halterung, legen sie in lauwarmes Badewasser mit etwas Spülmittel und ziehen sie anschließend einmal durch ein sauberes Wasserbad. Das funktioniert aber nur bei Lamellen, die nicht aufgewickelt sind, also bei senkrechten Vertikal-Lamellen oder bei waagerechten Modellen, die Sie komplett aus der Halterung nehmen.

Waagerechte Jalousien, die fest montiert sind, bekommen Sie schneller in der Dusche sauber: Mit dem Handbrausekopf von oben nach unten abspülen, dabei darauf achten, dass kein Wasser in den Gurtkasten und den Mechanismus oben läuft. Decken Sie die Kopfschiene vorher mit einem Plastikbeutel und Klebeband ab.

Die richtige Wischrichtung bei feuchter Reinigung

Bei feuchten Lappen und stärkerem Schmutz arbeiten Sie von oben nach unten, damit nicht das schmutzige Wasser über bereits gereinigte Lamellen läuft. Bei waagerechten Lamellen wischen Sie jede Lamelle einzeln und ziehen das Tuch vom Rahmen zur Lamellenkante, also in Längsrichtung. Quer zur Kante drücken Sie den Staub nur in die Ritzen und riskieren bei Alu-Lamellen Verbiegungen.

Gurt und Kette sauber halten

Die Lamellen bleiben nur dann lange gut erhalten, wenn die Mechanik sauber mitläuft. Der häufigste Verschleißpunkt bei Gurtjalousien ist der Gurt selbst und das Wickelrad im Gurtkasten. Fett von den Händen und Staub machen den Gurt nach Jahren steif und brüchig. Reiben Sie den Gurt gelegentlich mit einem leicht angefeuchteten Tuch ab und prüfen Sie, ob er sauber im Wickelrad läuft. Ein ruckelnder Gurt deutet auf ein verklemmtes Wickelrad hin, in dem sich Staub und Fett angesammelt haben.

Bei Kettenzug-Jalousien ist die Kette oft der Schwachpunkt. Sie besteht aus einer langen geschlossenen Kugelkette. Wenn sie klemmen, liegt es meist an verharztem Staub in der Umlenkrolle an der Kopfschiene. Ein Tropfen Silikonöl auf die Kette und die Rolle behebt das kurzzeitig. Besser ist es, die Kettenführung einmal zu reinigen: Kette vorsichtig herausziehen, Führungskanal mit einem trockenen Lappen auswischen und die Kette wieder einhängen. Silikonöl verwenden Sie nur sparsam, denn ölige Rückstände ziehen neuen Staub an.

Auch die Zugschnur und der Fall, also das Gewicht am Ende der Kette, sammeln mit der Zeit Fett und Schmutz. Wickeln Sie ein feuchtes Mikrofasertuch um die Schnur und ziehen Sie es abwärts. Danach trocknen lassen, bevor Sie die Jalousie bewegen, weil nasse Schnüre im Gurtwickler verkleben.

Lamellenmaterial: Alu, Kunststoff, Holz, Stoff

Jede Lamellensorte verträgt ein anderes Reinigungsmittel:

  • Aluminium-Lamellen oxidieren bei zu aggressiven Reinigern, deshalb lauwarmes Wasser mit einem Tropfen Spülmittel verwenden. Alu ist stabil, verbiegt aber bei Druck von der Seite.
  • Kunststoff-Lamellen (PVC) sind am unempfindlichsten. Sie vertragen auch Allzweckreiniger. Auf keinen Fall Scheuermittel nehmen, die bleichen die Oberfläche.
  • Holz-Lamellen (meist lackiert) dürfen nur nebelfeucht abgewischt werden. Wasser dringt an den Schnittkanten ein und lässt das Holz aufquellen. Bei matt lackierten Oberflächen hinterlassen ölige Reiniger Streifen.
  • Stofflamellen (Vertikal-Lamellen) saugen Fett und Duft von Reinigungsmitteln regelrecht auf. Diese Lamellen nehmen Sie ab und waschen sie bei niedriger Temperatur im Wäschebeutel. Die Jalousie wird dadurch kaum belastet, weil nur die einzelnen Stofflamellen abgezogen werden.

Ein pauschales Reinigungsmittel für alle Fälle gibt es nicht. Spülmittelwasser löst Fett und ist für Alu, Kunststoff und lackiertes Holz unbedenklich, solange Sie danach mit klarem Wasser nachwischen. Glasreiniger auf den Lamellen streifenfrei abzuziehen, funktioniert nur bei glatten, lackierten Oberflächen. Essigreiniger meiden Sie bei Alu, weil die Säure die Schutzschicht angreift.

Was bei Schimmel und Gelbfärbung hilft

Schimmel an Jalousien tritt fast nur in Bädern und Küchen auf, wenn feuchte Luft über längere Zeit an den Lamellen kondensiert. Schimmel entfernen Sie mit einer Mischung aus einem Teil Essigessenz und drei Teilen Wasser, jedoch nur auf Kunststoff oder lackierten Lamellen, nicht auf rohen Holzlamellen. Bei Holz lautet die Alternative: Lamelle austauschen, denn dort sitzt der Schimmel meist unter dem Lack und lässt sich nicht abwaschen.

Gelbe Verfärbungen an Kunststofflamellen entstehen durch Nikotin oder Fett, das in die Poren gedrungen ist. Ein Reiniger mit etwas Spiritus oder ein Fettlöser entfernt die äußere Schicht. Was nicht verschwindet, bleibt dauerhaft, weil der Kunststoff selbst verfärbt ist. Dann hilft nur der Austausch einzelner Lamellen: Messen Sie Breite und Höhe der Jalousie und bestellen Sie gebrauchte oder einzelne Lamellen passend nach. Das ist günstiger als eine komplette neue Jalousie, wenn eine einzelne Lamelle verbogen oder gerissen ist.

Pflegeintervalle

Wöchentlich: Küche und Bad mit dem Staubwedel abstauben, denn hier setzt sich Fett schneller ab als in anderen Räumen.

Monatlich: Wohnraum-Lamellen entstauben.

Vierteljährlich: Feuchtes Abwischen der gesamten Jalousie, auch der Kanten.

Jährlich: Wenn möglich, jede Lamelle einzeln mit lauwarmem Seifenwasser abwischen; dabei gehen Sie am besten so vor, dass Sie jede Lamelle drehen, sodass Sie Ober- und Unterseite sehen.

Die Mechanik leidet weniger unter Staub auf den Lamellen als unter Schmutz im Gurtkasten. Fettige Küchenluft legt sich als Film auf die Wickelwelle, wodurch der Gurt schwergängig wird. Auch hier hilft regelmäßiges Staubwischen an der Kopfschiene und ab und zu ein Tropfen Silikonspray auf die beweglichen Teile, nicht auf die Lamellen selbst.

Wenn die Jalousie klemmt

Eine klemmende oder schräg hängende Lamellenjalousie entsteht meist nicht durch verdreckte Lamellen, sondern durch den Mechanismus. In Küche und Bad ist eine festsitzende Jalousie häufig das Ergebnis von Staub und Fett am Wickelrad oder am Führungsseil.

Wenn sich die Jalousie nicht mehr gleichmäßig öffnen und schließen lässt, prüfen Sie zuerst, ob die Lamellen richtig in den Stegen hängen. Eine verdrehte Lamelle reicht, um den ganzen Behang zu verklemmen. Danach sehen Sie sich die Führungs- oder Aufhängeketten an: Diese lassen sich meist seitlich an der Kopfschiene abnehmen, indem Sie eine kleine Klemme oder Schraube am Kettenrad lösen. Wickeln Sie die Kette einmal ab, reinigen Sie die Führung und setzen Sie alles zurück. Wickelrad und Kette in der Kopfschiene nicht ölen, denn Öl bindet Staub und macht die Mechanik mit der Zeit schwergängig. Wenn der Gurt oder die Kette ruckelt, ist meist nur Schmutz in der Führung die Ursache.

Bei verbogenen Alu-Lamellen können Sie versuchen, die Lamelle zwischen zwei weichen Tüchern mit dem Bügeleisen auf mittlerer Stufe zu glätten. Das funktioniert bei leichten Knicken, bei scharfen Kanten bleibt die Sicke sichtbar.

Vor dem Reinigen drehen Sie die Lamellen immer ganz zu, damit sie flach liegen und Sie eine größere Fläche auf einmal abwischen. Ziehen Sie die Jalousie komplett nach unten, damit die Lamellen straff hängen und nicht hin- und herschwingen.

Weniger Staub, seltener reinigen

Wer die Jalousie seltener sauber machen will, kann die Staubablagerung von vornherein bremsen:

  • Ein feuchtes Abziehen der Fensterbänke und Fensterrahmen wöchentlich reduziert den Staub, der an den Lamellen hängen bleibt.
  • In der Küche senkt eine Abzugshaube mit starkem Durchsatz den Fettfilm auf den Lamellen deutlich. Was nicht in die Luft gelangt, setzt sich nicht ab.
  • Im Badezimmer hilft regelmäßiges Stoßlüften, damit der Wasserdampf nicht an den Lamellen kondensiert und Kalkrückstände bildet.
  • Antistatische Sprays aus dem Zubehörhandel verlangsamen die Wiederanschmutzung, aber nur bei Kunststoff- und Alu-Lamellen. Bei Holz- und Stofflamellen lassen Sie die Sprays weg, weil sie Flecken hinterlassen können.

Die Mechanik der Jalousie, also Führungsschienen, Kettenzug und Wendestange, müssen Sie nicht extra reinigen, solange Sie beim Wischen der Lamellen ab und zu mit einem leicht feuchten Lappen über die Führungsschienen fahren. Schmutz dort ist die häufigste Ursache für Fäden oder ein schwergängiges Auf- und Abrollen.

Was Sie jährlich prüfen sollten

Einmal im Jahr sollten Sie diese Punkte prüfen:

Der Kettenzug oder die Schnur: Wenn Sie beim Bedienen einen erhöhten Widerstand spüren, prüfen Sie, ob sich Fusseln oder Staub im Getriebe der Kopfschiene verfangen haben. Ein Staubsauger mit schmaler Düse zieht die Rückstände meist heraus. Bei Schnurzug-Jalousien verhaken sich die Schnüre manchmal am Wickelrad. Drehen Sie dann nicht gewaltsam weiter, sondern drehen Sie das Rad per Hand in die Ausgangsposition zurück, bis Sie die Schnüre wieder frei herausziehen können.

Als vorbeugende Maßnahme für die Mechanik reicht es, die Führungsschienen und den Kettenzug einmal im Jahr mit einem leicht geölten Tuch abzuwischen und überschüssiges Öl wieder abzunehmen. Das verhindert Quietschen und hält den Lauf leicht.

Vertikale Lamellen (senkrecht) haben einen anderen Vorteil: Sie hängen frei und ziehen weniger Staub an, weil die Fläche senkrecht steht. Sie werden mit dem Staubwedel von oben nach unten abgefahren. Bei waagerechten Lamellen arbeitet der Wedel von innen nach außen, also von der Fensterseite zur Raumseite, damit der Staub nicht Richtung Fensterbank rieselt, wo er wieder aufgewirbelt wird.

Wann hilft ein Austausch statt Reinigung?

Eine Jalousie ist kein teures Bauteil. Wenn einzelne Lamellen verbogen, vergilbt oder rissig sind und keine Reinigung mehr hilft, lohnt der Austausch der kompletten Anlage oft mehr als der Aufwand, passende Ersatzlamellen zu suchen. Gerade bei älteren Modellen gibt es nicht für jede Breite Nachschub. Vor dem Austausch prüfen Sie, ob es sich lohnt: Wenn nur eine oder zwei Lamellen beschädigt sind, ersetzen Sie diese einzeln. Wenn über die gesamte Bahn Vergilbung oder Verzug auftritt, ist eine neue Jalousie die sauberere Lösung.

Bei Holzlack-Lamellen mit aufstehender oder rissiger Oberfläche bringt auch die beste Reinigung keine dauerhafte Verbesserung, weil sich Schmutz in den Rissen festsetzt. Hier verlängert das Nachlackieren die Lebensdauer, kostet aber Zeit. Ob sich das lohnt, hängt vom Neupreis der Jalousie ab.

Werkzeuge und Hilfsmittel

Für die regelmäßige Pflege Ihrer Jalousie genügen wenige Utensilien. Entscheidend ist, dass Sie das passende Werkzeug für Ihr Lamellenmaterial wählen und es nach jedem Einsatz reinigen, damit es keine Verschmutzungen überträgt.

  • Staubwedel mit verstellbarem Kopf: Für die wöchentliche Reinigung. Modelle mit elektrostatischer Aufladung ziehen Staub besser an als reine Federn.
  • Mikrofaser-Handschuh: Sie fahren damit über die Lamellen, ohne dass Sie ein Tuch zusammenlegen müssen. Der Handschuh lässt sich maschinell waschen.
  • Zahnbürste oder feiner Pinsel: Für die Ecken zwischen Lamelle und Führungsschnur oder bei profilierten Lamellen mit Vertiefungen.
  • Duschbrause und Plastikbeutel: Für die großflächige Reinigung der komplett geschlossenen Fläche, ohne dass Wasser in die Mechanik läuft.
  • Kunststoff- oder Lederreiniger, je nach Lamellenmaterial: Keine Universalreiniger verwenden, die auf Holz- oder Textiloberflächen Flecken hinterlassen.
  • Mikrofaser-Tuch leicht feucht: Für die wöchentliche Zwischenreinigung. Es darf nicht zu nass sein, da sonst das Material aufquillt oder Wasser in die Halterungen läuft.

Diese Fehler verkürzen die Lebensdauer

Wer seine Jalousie mit dem falschen Mittel behandelt, verkürzt die Lebensdauer spürbar. Diese Fehler kommen am häufigsten vor:

Zu viel Wasser. In der Küche oder im Bad reinigen viele die Jalousie schnell mit dem nassen Lappen und wischen einfach durch. Das Wasser läuft in die Führungsschienen, in den Gurtwickler oder in die Mechanik an der Wandhalterung. Die Folge sind schwergängige Gelenke und mit der Zeit Rost oder Schimmel an den Rändern. Wischen Sie daher nur feucht und trocknen Sie die Lamellen direkt mit einem zweiten Tuch nach.

Reiniger mit Silikon. Silikonhaltige Pflegemittel oder Möbelsprays machen die Lamellen zwar glänzend, lassen aber später Staub und Fett noch fester kleben. Der feine Ölfilm zieht neue Partikel geradezu an.

Schleudern mit dem Staubwedel: Ein Staubwedel, der Lücken in den Lamellen kreuzt, drückt den Staub nur in die Profilkanten und zwischen die Aufhängungsösen. Fahren Sie flächig und dichten Sie jede Lamelle mit dem Wedel vollständig ab, statt zu wedeln.

Seifenlauge auf Alu: Manche Seifenlaugen und alkalischen Reiniger lassen Alu anlaufen. Wenn Sie im Bad einen Allzweckreiniger verwenden, achten Sie darauf, dass er für Aluminium freigegeben ist. Andernfalls spülen Sie die Lamellen mit klarem Wasser nach.

Trockene Holztücher: Holzimitat-Lamellen aus PVC sind unempfindlich, echte Holzlamellen nicht. Hier trocknet das Holz aus, wenn Sie mit einem stark saugenden Tuch zu lange reiben. Die Lamellen werden spröde und reißen dann an den Löchern der Aufhängung ein.

Mechanik warten und reparieren

Eine regelmäßige Reinigung der Lamellen hält die Jalousie länger einsatzfähig als die beste Reinigungsflüssigkeit. Trotzdem verschleißen die Aufhängungen: Nach einigen Jahren reißen die Mitnehmer – die weißen oder beigen Plastikteile, die die Lamellen kippen. Sie müssen nicht die ganze Jalousie ersetzen: Einzelne Lamellen (in gängigen Breiten lassen sich problemlos nachkaufen) und Mitnehmer erhalten Sie im Fachhandel oder online. Bei älteren Modellen messen Sie vor dem Kauf die Länge einer Lamelle.

Die Aufhängung selbst tauschen Sie aus, indem Sie die beschädigte Lamelle herausziehen und die neuen Mitnehmer auf die Führungsschnur auffädeln, bevor Sie die Lamelle wieder einsetzen. Das dauert pro Lamelle etwa zwei Minuten. Bei gespannten Schnüren (bei manchen Jalousien über eine Feder im Kasten) markieren Sie vorher die Position der Schnur mit einem Klebeband, damit Sie sie nachher genauso wieder einfädeln können.

Wenn sich die Jalousie nur noch ruckartig bewegt oder das Zugband klemmt, liegt das meist an trockenen Führungskanälen im Gurtwickler. Geben Sie einen Tropfen silikonfreies Öl (zum Beispiel Nähmaschinenöl) auf das Ketten- und Führungselement, lassen Sie es kurz einwirken und fahren Sie die Jalousie danach zweimal komplett hoch und herunter. So verteilt sich das Öl. Auf keinen Fall Speiseöl verwenden, das wird nach ein paar Tagen harzig und macht den Gang schwerer als vorher.

Wenn sich die Jalousie dauerhaft schwer bewegt oder beim Hochziehen klemmt, kontrollieren Sie, ob eine Lamelle hinter der Kante hängt, an der sie vorbeigeführt wird. Oft sitzt eine einzelne Lamelle fest, weil sie beim Drehen über eine andere verrutscht ist. Ziehen Sie die betroffene Lamelle gerade und schieben Sie sie zurück in die Führung.

Für den Gurt selbst gilt: Ein schon ausgefranster oder verklebter Gurt gehört getauscht. Er lässt sich oft durch einen gleich breiten Ersatzgurt aus dem Baumarkt ersetzen, den Sie in den Kasten mit dem Wickelrad einlegen. Wenn Sie die Funktion des Mechanismus prüfen wollen: Drehen Sie die Lamellen nicht zu schnell auf und zu, das belastet die Mitnehmer ebenfalls.

Wann Sie die Jalousie abnehmen sollten

Bei starker Verschmutzung, bei Nikotinablagerungen oder wenn sich Schmutz in den Falzen festgesetzt hat, den Sie unten an der Lamellenkante nicht erreichen, ist das Abnehmen der kompletten Jalousie die sauberste Lösung. Sie brauchen dafür nur einen Kreuzschraubendreher, um die Halterungen an der Wand zu öffnen, und eine zweite Person, die die Jalousie auffängt, wenn Sie sie aus der Halterung heben.

Nach dem Abnehmen legen Sie die Jalousie auf eine Decke auf dem Boden oder in die Badewanne. So erreichen Sie auch die schmalen Falze, in denen sich Fett und Staub festsetzen. Lassen Sie alles einmal richtig trocknen, bevor Sie die Jalousie wieder aufhängen. Kunststoff-Lamellen dürfen nicht in der Maschine gewaschen werden, sie verlieren ihre Form. Waschbare Vertikal-Lamellen aus Textil können Sie bei niedriger Temperatur im Schongang waschen, aber nur, wenn sie lose in der Halterung stecken und der Hersteller dies erlaubt.

Wann es sich lohnt, eine Jalousie zu ersetzen statt zu reparieren: Wenn mehr als die Hälfte der Lamellen verbogen oder eingerissen ist, die Aufhängungen fehlen oder die Mechanik klemmt, übersteigt die Reparatur oft die Kosten für eine neue Jalousie. Eine gute Ersatz-Jalousie aus dem Baumarkt bekommen Sie schon für einen günstigen Preis. Die Lamellen und Mitnehmer zu ersetzen kostet unterm Strich meist mehr Zeit, als die ganze Jalousie abzunehmen und neu aufzuhängen.

Kurz gesagt

  • Staub regelmäßig mit einem Mikrofaser-Handschuh oder einem antistatischen Wedel von oben nach unten abwischen; bei festsitzendem Staub hilft ein feuchtes Tuch, und wischen Sie anschließend nach.
  • Für Bad und Küche verwenden Sie bei größeren Ablagerungen Wasser mit Spülmittel als Reinigungslösung. Bei Alu und Holz keine alkalischen Putzmittel verwenden.
  • Mechanik und Aufhängung prüfen: Mitnehmerreiter einzeln austauschen statt die ganze Jalousie neu zu kaufen, und Wasser konsequent vom Gurtkasten fernhalten.