Schimmel in der Wohnung entsteht selten aus einer einzelnen Ursache. Meist treffen zwei Bedingungen aufeinander: zu viel Feuchtigkeit in der Raumluft und eine kalte Fläche, an der die Feuchtigkeit kondensiert. Ob diese Bedingungen entstehen, hängt beim Heizen vom Umgang mit dem Fenster und vom Zustand des Heizkörpers ab. Die Heizung allein ist nicht die Ursache.

Ein Vier-Personen-Haushalt gibt täglich sechs bis zwölf Liter Feuchtigkeit an die Raumluft ab, und zwar durch Kochen, Duschen, Wäsche und Atmung. Diese Feuchte muss nach draußen gelangen, sonst schlägt sie sich an kalten Stellen nieder, häufig genau hinter dem Heizkörper.

Warum falsches Lüften Schimmel fördert

Wer im Winter die Fenster geschlossen hält, um Heizenergie zu sparen, lässt die Feuchtigkeit in der Wohnung. Kalte Außenluft enthält auch bei Regen weniger Wasser als warme Innenluft. Ein weit geöffnetes Fenster bringt also trockene Luft herein, während ein gekipptes Fenster fast keinen Luftaustausch bewirkt. Stoßlüften Sie deshalb und lassen Sie das Fenster nicht dauerhaft gekippt.

Die Dauer des Lüftens hängt von der Jahreszeit ab. Im Winter reichen fünf Minuten bei weit geöffnetem Fenster. Im Sommer sind bis zu 30 Minuten nötig, um die Luft vollständig auszutauschen. Wer feste Lüftungszeiten einplant, entfernt die Feuchtigkeit, bevor sie sich an Wänden und Fenstern niederschlägt.

Schimmel hinter dem Heizkörper

Auch wer regelmäßig lüftet, kann Schimmel hinter dem Heizkörper finden. Die Luft direkt am Gerät ist trocken und warm, die Wand dahinter bleibt aber kalt, besonders bei Außenwänden. Feuchte Raumluft kondensiert an dieser kalten Fläche, und der Heizkörper verdeckt die Stelle, sodass die Flecken erst spät auffallen.

Ein typischer Fehler ist, nur die Vorderseite abzuwischen und die Rückseite sowie die Wand dahinter nie zu prüfen. Gerade dort entsteht Schimmel unbemerkt. Ziehen Sie den Heizkörper, sofern er sich abnehmen lässt, regelmäßig von der Wand ab, oder leuchten Sie mit einer Taschenlampe hinter das Gerät. So sehen Sie feuchte Stellen und erste Flecken, bevor sie sich ausbreiten.

Was Staub im Heizkörper anrichtet

Staub sammelt sich vor allem in den schmalen Spalten zwischen den Heizkörperrippen. Dort bleibt er liegen, weil ihn weder die Luftbewegung noch normales Wischen entfernt. Schon eine dünne Staubschicht senkt die Heizleistung um bis zu 30 Prozent. Dadurch wird der Raum langsamer warm und die Heizung läuft länger. Zudem bleibt die Wand hinter dem Heizkörper kälter, als sie sein müsste.

Dazu kommt der Gesundheitseffekt: Beim Aufheizen wirbelt der Warmluftstrom den Staub aus den Rippen und verteilt ihn im Raum. Die Partikel reizen Hals- und Nasenschleimhäute und können Erkältungen begünstigen. Wer unter einer Stauballergie leidet, sollte beim Reinigen besonders gründlich arbeiten.

So reinigen Sie zwischen den Rippen

Eine schmale Bürste holt den Staub am einfachsten aus den Zwischenräumen. Führen Sie sie zwischen den Rippen von oben nach unten durch und wiederholen Sie das an jeder Öffnung. Legen Sie vorher ein Tuch unter den Heizkörper, damit der Staub nicht auf den Boden rieselt.

Wer einen Staubsauger mit schmaler Fugendüse hat, saugt die gelösten Partikel direkt ab. Arbeiten Sie bei ausgeschaltetem und abgekühltem Heizkörper, sonst wirbelt die aufsteigende Warmluft den Staub durch den Raum. Für die Rückseite und die Wand dahinter nehmen Sie einen langen Staubwedel oder ein Mikrofasertuch. Wenn Sie feucht wischen, trocknen Sie die Flächen danach ab, denn Feuchtigkeit, die zwischen Heizkörper und Wand zurückbleibt, erleichtert Schimmel die Ansiedlung.

Kellerfenster bei Hitze geschlossen halten

Ein weiterer Fehler betrifft den Sommer. Wer Kellerfenster bei hohen Außentemperaturen dauerhaft offen lässt, holt warme, feuchte Luft in den Raum. An den kalten Wänden kondensiert diese Feuchtigkeit, die Wände werden feucht, und Schimmel findet ideale Bedingungen. Lüften Sie im Sommer, wenn die Außenluft kühler ist als die Innenluft, und lassen Sie die Fenster während der heißen Tageszeit geschlossen.