Eingebranntes Fett auf dem Backblech gehört zu den hartnäckigsten Verschmutzungen in der Küche. Drahtwolle schädigt die Oberfläche des Blechs. Das Material bestimmt, welche Reinigungsmittel infrage kommen: Antihaftbeschichtete Bleche vertragen keine Kratzer, emaillierte sind robuster, blanke Stahl- oder Aluminiumbleche brauchen eigene Vorsicht.
Drei schonende Methoden lösen die Krusten ohne aggressive Reinigungsmittel: Einweichen, Spülmittelpaste und eine Paste aus Backpulver oder Natron. Etwas Handarbeit ist nötig, Drahtwolle und Metallschaber brauchen Sie nicht. Welche Methode passt, hängt vom Blechmaterial und der Stärke der Verschmutzung ab.
Blechmaterial bestimmen
Backbleche gibt es in drei Ausführungen: blank, emailliert und antihaftbeschichtet.
Bei einem blanken Blech liegt das rohe Metall frei. Aluminiumbleche sind sehr leicht, Stahlbleche schwerer und magnetisch. Beide haben keinen Schutzüberzug. Ein emailliertes Blech erkennen Sie an der glänzenden, glasartigen Oberfläche, die oft dunkelblau, schwarz oder cremefarben ist. Emaille ist ein eingebrannter Glasüberzug, der das Blech vor Rost schützt und die Reinigung erleichtert. Eine Antihaftbeschichtung ist dagegen meist dunkel und matt. Sie verhindert, dass Speisen ankleben, ist aber empfindlich gegen Kratzer.
Ein Blick auf die Oberfläche reicht meist: glänzend wie Glas bedeutet Emaille, dunkel und matt bedeutet Antihaftbeschichtung, silbrig und ungeschützt bedeutet blankes Metall. Wenn Sie unsicher sind, hilft die Pflegeanleitung des Herstellers.
Einweichen löst die Kruste
Das Einweichen ist die Grundlage jeder schonenden Reinigung. Warmes Wasser und Spülmittel weichen die Verkrustung auf, bis sie sich mit wenig Kraft lösen lässt.
Füllen Sie das Blech mit warmem Wasser, oder legen Sie es in die gefüllte Spüle. Geben Sie einige Spritzer Spülmittel dazu. Lassen Sie das Blech längere Zeit stehen, bei stark eingebrannten Resten am besten über Nacht. Je länger es einweicht, desto weniger Schrubben braucht es danach. Anschließend gießen Sie das Wasser ab und gehen mit einem weichen Schwamm über die Fläche. Was sich nicht sofort löst, lassen Sie erneut einweichen, statt mit Gewalt zu schrubben.
Reinigen Sie das Blech möglichst bald. Je frischer die Verschmutzung, desto leichter geht sie ab. Das Einweichen eignet sich für alle Blecharten. Ein blankes Stahlblech trocknen Sie nach dem Abspülen sofort ab, sonst rostet es. Aluminium verträgt kein saures Einweichwasser, also keinen Essig oder Zitronensaft.
Spülmittelpaste für festsitzende Reste
Reicht das Einweichen allein nicht aus, hilft konzentriertes Spülmittel. Tragen Sie es unverdünnt auf die verkrusteten Stellen auf, oder mischen Sie es mit etwas Natron oder Backpulver zu einer streichfähigen Paste. Die Paste haftet besser an den Rändern und Seitenwänden des Blechs und trocknet nicht so schnell aus. Lassen Sie das Mittel einwirken, bis die Kruste weich wird. Arbeiten Sie dann mit einem feuchten, weichen Schwamm darüber.
Spezielle Spülmittel für eingebranntes Fett reinigen schneller und leichter als gewöhnliche Hausmittel; sie sind die richtige Wahl, wenn das Blech stark verschmutzt ist. Wie beim Einweichen gilt: mit weichem Schwamm arbeiten, nicht mit Drahtwolle oder der rauen Seite des Schwamms.
Backpulver- oder Natronpaste
Für Krusten, die das Spülmittel nicht allein löst, eignet sich eine Paste aus Backpulver. Verrühren Sie ein Päckchen Backpulver mit drei Esslöffeln Mineralwasser zu einer dickflüssigen Paste. Verteilen Sie die Paste auf dem Blechboden und lassen Sie sie etwa zwanzig Minuten einwirken. Danach nehmen Sie die Paste mit einem feuchten Schwamm ab. Die angebrannten Reste lösen sich mit. Nebenbei nimmt die Paste unangenehme Gerüche auf, die das Blech nach dem Backen behalten hat.
Statt Backpulver können Sie Natron oder reines Soda verwenden. Natron ist die reine Grundsubstanz, die auch im Backpulver steckt. Reines Soda wirkt etwas kräftiger gegen Fett, ist aber stark alkalisch. Auf blanken Aluminiumblechen verwenden Sie deshalb kein reines Soda. Dort reichen Einweichen und Spülmittelpaste.
Eine trockene Alternative zur feuchten Paste ist die Salzmethode. Verteilen Sie eine halbe Packung Salz auf dem Blech. Schieben Sie das Blech in den auf 50 Grad Ober- und Unterhitze vorgeheizten Ofen. Sobald sich das Salz bräunlich färbt, nehmen Sie das Blech heraus und kippen die Salzmasse ab. Dabei lösen sich die Verkrustungen. Die Methode kommt ohne Scheuern aus und eignet sich daher auch für antihaftbeschichtete Bleche.
Antihaftbeschichtete Bleche schonen
Bei antihaftbeschichteten Blechen bestimmt die Pflege, wie lange die Beschichtung hält. Kratzer sind das Hauptproblem: Metallschaber, Drahtwolle oder die raue Seite des Schwamms beschädigen die Schicht. An den beschädigten Stellen haften Speisen von da an stärker an, und die Beschichtung nutzt sich weiter ab. Verwenden Sie deshalb ausschließlich weiche Schwämme, Tücher oder Plastikschaber.
Einweichen, Spülmittelpaste und Backpulverpaste kommen ohne harte Utensilien aus und sind für beschichtete Bleche geeignet. Bei kleineren Verschmutzungen dürfen beschichtete Bleche in die Spülmaschine. Stark eingebrannte Reste sollten Sie nicht in die Spülmaschine geben. Die Spülmaschine löst sie meist nicht vollständig. Handwäsche mit Einweichen ist dann die bessere Wahl. Aggressive Backofenreiniger können die Beschichtung angreifen, auch wenn der Schaden erst nach mehreren Anwendungen sichtbar wird.
Emaille, Stahl und Aluminium reinigen
Emaillierte Bleche sind am einfachsten zu reinigen. Die glatte Glasfläche ist hart, schützt vor Rost und erleichtert die Reinigung. Eingebranntes Fett löst sich auf Emaille mit Einweichen und Spülmittelpaste meist ohne große Mühe. Auch die Backpulverpaste ist unbedenklich. Nur vor scharfkantigen Metallgegenständen sollten Sie die Glasur schützen, weil sie bei starken Stößen ausbrechen kann.
Blankes Stahlblech hat keinen Schutzüberzug und rostet, wenn es feucht bleibt. Trocknen Sie es nach jeder Reinigung gründlich ab, am besten sofort mit einem Küchentuch. Ansonsten gelten dieselben Methoden wie für emaillierte Bleche.
Aluminiumbleche sind leicht und empfindlich gegen Säuren. Essig, Zitronensaft oder säurehaltige Reiniger greifen das Metall an und können es verfärben. Reines Soda ist ebenfalls ungeeignet. Bleiben Sie bei warmem Wasser, neutralem Spülmittel und der Einweichmethode.
Herstellerangaben prüfen
Bevor Sie eine Methode anwenden, die mehr als Wasser und Spülmittel nutzt, lohnt ein Blick in die Pflegehinweise. Die Hersteller geben vor, ob ein Blech in die Spülmaschine darf, welche Reiniger erlaubt sind und ob aggressive Mittel die Beschichtung angreifen. Manche Hersteller verbieten die Spülmaschine für antihaftbeschichtete Bleche ausdrücklich, andere erlauben sie für leichte Verschmutzungen.
Wenn die Anleitung fehlt, richten Sie sich nach dem Material: Antihaftbeschichtete Bleche behandeln Sie am vorsichtigsten, emaillierte vertragen mehr, blanke Bleche brauchen Schutz vor Rost und Säure. Bei teuren Blechen ist die Herstellerangabe verbindlich, denn eine beschädigte Beschichtung lässt sich nicht reparieren.