Die Biotonne sammelt Küchenabfälle und Gartenreste. Feuchte Lebensmittel verrotten bei Wärme und erzeugen Gerüche, die durch den Deckel dringen. Wer die Tonne geruchsfrei halten will, bremst die Zersetzung aus, statt Gerüche mit Duftsprays zu überdecken. Dafür sorgen eine feste Wochenroutine, trockenes Material zwischen den Abfällen und richtiges Lüften in der Küche.

In Deutschland ist die getrennte Bioabfallsammlung gesetzlich vorgeschrieben. Die konkreten Regeln legen die Kommunen fest. Wer die Tonne richtig nutzt, vermeidet Gestank, Plastik im Kompost und Ärger mit dem Entsorgungsbetrieb.

Warum die Biotonne stinkt

Der Gestank kommt von verrottenden Lebensmitteln. Mikroorganismen zersetzen organisches Material. Dabei entstehen übelriechende Gase. Wärme und Feuchtigkeit beschleunigen den Prozess. Im Sommer reichen wenige Tage, bis eine Tonne mit feuchten Küchenabfällen unangenehm riecht. Im Winter dauert es länger.

Fliegen werden ohne Vorkehrungen vom Geruch angezogen und legen ihre Eier auf den Abfällen ab. Aus den Eiern schlüpfen Maden, die sich von den Küchenresten ernähren. Offen zugängliche Bioabfälle locken Ratten an. Sie vermeiden beide Probleme, wenn die Abfälle nicht offen liegen und die Tonne dicht schließt.

Die Wochenroutine in fünf Schritten

Die einfachste Methode gegen Geruch ist eine feste Abfolge. Sie verhindert, dass Abfälle lange feucht in der Tonne liegen. Die fünf Gewohnheiten kosten zusammen kaum fünf Minuten am Tag.

  1. Täglich entleeren: Leeren Sie den Küchenmülleimer jeden Tag in die Biotonne. Feuchte Reste gehören nicht über mehrere Tage in die Wohnung.
  2. Feuchtes einwickeln: Schlagen Sie Gemüsereste, Kaffeesatz und Obstschalen in Zeitungspapier oder Küchenpapier ein, bevor sie in den Eimer kommen. Das bindet Flüssigkeit und entzieht den Mikroorganismen die Feuchtigkeit.
  3. Trockenes dazwischenlegen: Eine Schicht zerknülltes Zeitungspapier, Pappe oder Laub zwischen den Abfällen sorgt für Luftzirkulation und saugt überschüssige Feuchtigkeit auf.
  4. Wöchentlich reinigen: Waschen Sie den Küchenmülleimer mit warmem Wasser und etwas Spülmittel aus. Die Biotonne spülen Sie nach der Entleerung mit Wasser aus. Essig oder Zitronensäure lösen Fettreste und neutralisieren Gerüche.
  5. Trocknen lassen: Eine feuchte Tonne fängt sofort wieder an zu riechen. Lassen Sie den Deckel nach der Reinigung offen, bis alles trocken ist.

Wer diese Routine einhält, kommt ohne chemische Reiniger und Duftstoffe aus.

Was in die Biotonne darf

Plastik ist das größte Problem bei der Verwertung von Bioabfällen. Auch kompostierbares Plastik darf nur in die Biotonne, wenn die Kommune es ausdrücklich erlaubt. In vielen Anlagen wird es nicht vollständig abgebaut oder landet als Störstoff im Kompost. Normale Plastikbeutel gehören nicht in die Biotonne, auch nicht solche, die als biologisch abbaubar beworben werden.

Seit dem 1. Mai 2025 gelten Änderungen der Bioabfallverordnung. Für Verbraucher sind sie kaum spürbar, weil sich an der Grundregel nichts geändert hat: Bioabfall gehört getrennt gesammelt, und die Kommune bestimmt, was genau in die Tonne darf. Auf der Website des Entsorgungsbetriebs steht, ob Papiertüten erlaubt sind, ob kompostierbare Beutel akzeptiert werden und wie oft die Tonne geleert wird.

Wer einen Garten mit genügend Fläche zum Düngen hat, kann Küchenabfälle auch selbst kompostieren. Der eigene Komposthaufen nimmt dieselben Abfälle auf wie die Biotonne. Er braucht aber etwas Pflege: Mischen Sie feuchte Küchenreste mit trockenem Material und setzen Sie den Haufen regelmäßig um.

Küchenmülleimer trocken halten

Bevor die Abfälle in die Biotonne wandern, stehen sie im Küchenmülleimer. Dort entsteht Geruch zuerst. Ein offener Eimer ohne Deckel verbreitet Küchengerüche im ganzen Raum. Ein geschlossener hält die Gerüche zurück, sammelt aber Feuchtigkeit. Nutzen Sie einen kleinen Behälter, der täglich geleert wird, am besten mit einem Deckel, der sich mit dem Fuß öffnen lässt.

Stellen Sie den Eimer nicht neben Herd oder Heizung. Wärme beschleunigt die Zersetzung. Ein warmer Eimer fängt schneller an zu riechen. Ein Platz an einer kühlen Wand oder in Fensternähe ist besser. Im Sommer hilft es, den Eimer häufiger zu leeren, auch wenn er noch nicht voll ist.

Als Einlage eignen sich Papiertüten oder Zeitungspapier. Plastikbeutel im Kücheneimer sind praktisch. Sie verhindern aber, dass Feuchtigkeit verdunstet. Wer den Inhalt samt Plastikbeutel in die Biotonne wirft, verursacht dort Plastikmüll, der die Verwertung stört.

Stoßlüften gegen Küchengerüche

Zum Küchenklima gehört neben dem Eimer auch die Luft im Raum. Küchengerüche verschwinden nur durch Luftaustausch. Duftsprays überdecken sie kurz, lösen das Problem aber nicht. Die effektivste Methode ist das Stoßlüften: Öffnen Sie die Fenster weit, am besten gegenüberliegende Fenster oder Türen, sodass ein Durchzug entsteht. Fünf bis zehn Minuten reichen, um Kochgerüche und Feuchtigkeit nach draußen zu befördern.

Gekippte Fenster tauschen zu wenig Luft aus. Sie kühlen die Wände aus. Im Winter steigen dadurch die Heizkosten, und an kalten Flächen kondensiert Feuchtigkeit. Wer nach dem Kochen lüftet, sollte das Fenster ganz öffnen und die Tür zur Wohnung schließen, damit der Geruch nicht in andere Räume zieht.

Im Winter gilt: Drehen Sie die Heizung nicht ab, sondern öffnen Sie die Fenster für fünf bis zehn Minuten ganz. Die Wände kühlen dabei kaum aus, die Luft wird aber vollständig ausgetauscht. Eine Dunstabzugshaube über dem Herd führt Kochdunst direkt nach draußen oder durch einen Filter. Sie hilft besonders bei fettigem Braten, ersetzt aber das Stoßlüften nicht, weil sie nur die Luft über dem Herd erfasst.

Die Geruchsbelastung in Innenräumen wird in Olf gemessen. Ein Olf entspricht der Geruchsabgabe eines ruhenden Erwachsenen. Küchenabfälle und Kochgerüche erhöhen diese Belastung deutlich. Regelmäßiges Lüften senkt sie wieder. Ein kühler, trockener Küchenraum verlangsamt außerdem die Zersetzung von Abfällen im Eimer.

Wenn doch Maden auftauchen

Trotz aller Vorsicht können im Sommer Maden in der Biotonne auftauchen. Sie entstehen aus Fliegeneiern. Fliegen legen ihre Eier auf offen liegenden, feuchten Abfällen ab, besonders bei warmem Wetter. Wer die Abfälle mit einer Schicht Zeitungspapier oder Erde bedeckt und den Deckel immer schließt, verhindert, dass Fliegen an die Abfälle kommen.

Sind die Maden erst da, hilft Trockenheit. Leeren Sie die Tonne, legen Sie den Boden mit Zeitungspapier aus und stellen Sie die Tonne offen an einen sonnigen Platz. Bei Trockenheit und Hitze sterben die Maden ab. Danach waschen Sie die Tonne mit Essigwasser aus. Eine dünne Schicht Kalk auf dem Boden entzieht den Abfällen Feuchtigkeit und macht die Tonne für Fliegen unattraktiv.

Was die Kommune regelt

Die Kommune bestimmt, wie Sie die Tonne entsorgen. Die Regeln sind nicht überall gleich. Manche Kommunen schreiben vor, dass Bioabfall nur in Papiertüten gesammelt werden darf, andere akzeptieren kompostierbare Beutel, wieder andere stellen eigene Behälter zur Verfügung. Auch die Leerungsintervalle unterscheiden sich. Im Sommer wird in vielen Städten wöchentlich geleert, im Winter alle zwei Wochen.

Einige Kommunen bieten inzwischen eine Bedarfsleerung an. Dabei melden Sie die Tonne über ein Online-Portal zur Entleerung an und erhalten eine Bestätigung per E-Mail. Die Frist für die Anmeldung legt die Kommune fest. Sie steht zusammen mit dem Anmeldeformular auf der Website des Entsorgungsbetriebs. Ob es die Bedarfsleerung in Ihrer Stadt gibt, erfahren Sie ebenfalls dort.