Streifen und Schlieren nach dem Trocknen entstehen meist durch die Arbeitsweise, nicht durch das Putzmittel. Bei normaler Verschmutzung kommt es auf die Qualität des Putzmittels kaum an.
Entscheidend sind ein sauberes Werkzeug, die richtige Technik und ein zügiges Tempo, damit das Wasser nicht auf der Scheibe antrocknet. Für normale Verschmutzung reichen klares Wasser, ein gut ausgewrungenes Mikrofasertuch und ein Abzieher mit intakter Gummilippe.
Das richtige Werkzeug
Für streifenfreie Fenster reicht eine minimale Ausstattung: klares Wasser, ein Abzieher und ein Mikrofasertuch. Wer nur mit dem Tuch arbeiten möchte, braucht ein nasses Mikrofasertuch, das gründlich ausgewrungen oder geschleudert wurde. Ein feuchtes, aber nicht tropfnasses Tuch hinterlässt keine Wasserspuren und lässt die Scheibe schnell trocknen.
Das Mikrofasertuch sollte neu oder gründlich gereinigt sein. Das Tuch verträgt eine Wäsche bei 40 bis 60 Grad, aber keinen Weichspüler. Weichspüler legt sich auf die Fasern und verringert die Saugfähigkeit. Falten Sie das Tuch, statt es zusammenzudrücken. So entstehen acht bis 18 nutzbare Reinigungsflächen, und Sie wischen nicht mit einer bereits verschmutzten Stelle weiter.
Der Abzieher braucht eine intakte Gummilippe. Eine rissige oder verbogene Kante lässt Wasserstreifen zurück, egal wie sorgfältig Sie ziehen. Prüfen Sie die Lippe vor jedem Putzen und ersetzen Sie den Abzieher oder das Gummiband, sobald die Kante beschädigt ist. Weiche Tücher und Lappen vermeiden Kratzer auf der Scheibe. Profis arbeiten mit Fensterleder und Abzieher.
Die richtige Putztechnik
Die Reihenfolge ist immer gleich: Scheibe einwaschen, Wasser mit dem Abzieher abziehen, Kanten trockenwischen. Waschen Sie zuerst den Rahmen und die Fensterbank, damit kein Schmutz von dort auf die frisch geputzte Scheibe tropft. Dann arbeiten Sie die Scheibe von oben nach unten ab.
Ziehen Sie den Abzieher in gleichmäßigen Bahnen über die Scheibe. Lassen Sie die Bahnen leicht überlappen, damit kein Wasser stehen bleibt. Nach jedem Zug wischen Sie die Gummilippe mit einem trockenen Tuch ab, sonst ziehen Sie den Schmutz der vorherigen Bahn wieder über die Scheibe. Trocknen Sie zum Schluss die Kanten und Ecken mit dem Mikrofasertuch. Der Abzieher kommt dort nicht heran. Bleibt dort Wasser stehen, läuft es nachträglich über die Scheibe und hinterlässt Streifen.
Das Tempo ist wichtiger als jeder Reinigungszusatz. Je schneller Sie einwaschen und abziehen, desto weniger Zeit hat das Wasser, auf der Scheibe anzutrocknen. Antrocknende Wassertropfen hinterlassen Kalk- und Schmutzränder, die sich danach nur schwer entfernen lassen.
Typische Streifenursachen
Streifen entstehen fast immer durch eine der folgenden Ursachen: schmutziges Wasser, eine beschädigte Abzieherlippe, ein zu nasses Tuch, direkte Sonneneinstrahlung oder vergessene Kanten. Wenn Sie nach dem Putzen Streifen sehen, prüfen Sie zuerst das Wasser. Sobald das Wasser trüb ist, nimmt es keinen Schmutz mehr auf, sondern verteilt ihn neu. Wechseln Sie das Wasser bei größeren Fenstern oder mehreren Scheiben zwischendurch.
Auch zu viel Reinigungsmittel verursacht Schlieren. Die meisten Reinigungsmittel hinterlassen einen dünnen Film, wenn sie nicht vollständig abgezogen werden. Bei normal verschmutzten Fenstern reicht klares Wasser. Wenn Sie ein Mittel verwenden, achten Sie darauf, dass es weder Scheibe noch Rahmen angreift. Aggressive Reiniger können Dichtungen und Rahmen dauerhaft schädigen.
Wetter und Wasserwechsel
Putzen Sie Fenster nicht bei direkter Sonneneinstrahlung. Die Sonne trocknet das Wasser schneller, als Sie abziehen können, und jede zurückbleibende Spur brennt als Streifen auf der Scheibe fest. Bewölkte Tage oder die Morgen- und Abendstunden sind besser geeignet. Auch bei großer Hitze trocknet das Wasser zu schnell.
Wechseln Sie das Putzwasser regelmäßig. Bei mehreren Fenstern wird das Wasser schnell trüb. Sobald das Wasser sichtbar verschmutzt ist, nimmt es keinen Schmutz mehr auf, sondern verteilt ihn auf der Scheibe. Halten Sie am besten einen Eimer mit klarem Wasser bereit, um den Abzieher zwischendurch zu spülen.
Alternativen zu Abzieher und Tuch
Es gibt nicht die eine richtige Art, Fenster zu putzen. Neben der klassischen Methode mit Abzieher und Tuch kommen Fenstersauger, Dampfreiniger und Fensterputzroboter zum Einsatz. Fenstersauger sind eine praktische Alternative zum Abziehen von Hand. Sie ziehen das Wasser direkt ab und saugen es in einen Behälter. So tropft nichts auf die Scheibe. Dampfreiniger lösen hartnäckigen Schmutz mit Hitze, eignen sich aber nicht für jeden Rahmen. Fensterputzroboter arbeiten selbstständig über die Fläche, kommen aber an Ecken und Kanten nicht überall heran.
Welche Methode Sie wählen, hängt davon ab, wie groß die Fenster sind, wie viel Zeit Sie haben und wie gründlich Sie putzen möchten. Wichtig bleibt bei jeder Variante: Das Werkzeug muss sauber sein, und Sie sollten die Scheibe zügig bearbeiten.