Jede Nacht gibt der Körper beim Schwitzen und Atmen Feuchtigkeit an die Matratze ab. Wenn Sie das Schlafzimmer zu warm halten, bleibt diese Feuchtigkeit im Material und schafft ideale Bedingungen für Hausstaubmilben und Schimmel. Deshalb sind die richtige Raumtemperatur und regelmäßiges Lüften der wichtigste Teil der Matratzenpflege.

Wärme und Feuchtigkeit schaden der Matratze

Pro Nacht gibt ein Erwachsener etwa einen halben bis einen Liter Flüssigkeit über Schweiß und Atmung ab. Ein Teil davon landet in der Matratze. Bei zu hohen Zimmertemperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit trocknet das Material nur langsam. Hausstaubmilben vermehren sich bei warmen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit besonders schnell. Sie ernähren sich von Hautschuppen und hinterlassen Kotpartikel, die bei vielen Menschen Allergien auslösen.

Schimmel braucht etwas länger, aber auch er entsteht, wenn die Matratze dauerhaft feucht bleibt. Ein muffiger Geruch ist oft das erste Anzeichen. Wenn Schimmel erst einmal in der Matratze ist, lässt er sich kaum noch entfernen, weil die Sporen tief im Schaum oder in der Füllung sitzen. In dem Fall hilft nur ein Austausch.

Die richtige Schlafzimmertemperatur

Im Schlafzimmer sind kühle Temperaturen am besten. Bei dieser Temperatur schwitzen Sie nachts weniger, die Matratze nimmt also weniger Feuchtigkeit auf. Gleichzeitig trocknet das Material schneller, wenn die Raumluft kühler ist. Wenn Sie das Schlafzimmer zu stark heizen, verlängern Sie die Trocknungszeit und erhöhen das Milbenrisiko.

Die Temperatur gilt für die Nacht. Tagsüber, wenn niemand im Raum schläft, kann das Schlafzimmer ruhig etwas wärmer sein, solange Sie regelmäßig lüften. Wenn Sie nachts frieren, sollten Sie eher eine wärmere Decke wählen, als die Heizung höher zu drehen.

Stoßlüften im Schlafzimmer

Das Fenster den ganzen Tag gekippt zu lassen, bringt wenig. Bei gekipptem Fenster strömt kaum Luft, und die Wände kühlen aus, ohne dass die Feuchtigkeit abzieht. Effektiver ist Stoßlüften: Öffnen Sie die Fenster weit, am besten gegenüberliegende Fenster für Durchzug, und lüften Sie den Raum fünf bis zehn Minuten. Wiederholen Sie das drei bis vier Mal am Tag.

Im Winter reichen oft fünf Minuten, weil die kalte Außenluft viel Feuchtigkeit aufnehmen kann. Im Sommer lüften Sie besser morgens und abends, wenn es draußen kühler ist als im Zimmer. Bei hoher Luftfeuchtigkeit draußen, etwa nach einem Gewitter, bringt Lüften wenig, weil die Luft von außen bereits gesättigt ist.

Heizen ohne Feuchtigkeitsfallen

Heizen und Lüften gehören zusammen. Kalte Wände sind die häufigste Feuchtigkeitsfalle im Schlafzimmer. Wenn warme, feuchte Luft auf eine kalte Wand trifft, kondensiert dort Wasser. Diese Feuchtigkeit kann auf den Boden und an die Matratze gelangen, auch wenn die Matratze selbst nicht direkt an der Wand steht.

Deshalb sollte das Schlafzimmer auch im Winter nicht völlig auskühlen. Halten Sie den Raum tagsüber kühl und lüften Sie dann stoßweise. So vermeiden Sie sowohl Kondenswasser als auch zu trockene Luft. Heizkörper direkt unter dem Fenster sind kein Problem, solange keine Möbel davorstehen und die Luft zirkulieren kann. Die Matratze sollte außerdem nicht direkt an der Wand stehen, sondern ein paar Zentimeter Abstand haben, damit Luft dahinter zirkulieren kann.

Die tägliche Routine zum Auffrischen

Die einfachste Maßnahme kostet keine Zeit: Machen Sie das Bett nicht sofort. Schlagen Sie die Decke zurück und lassen Sie das Bett zehn bis fünfzehn Minuten auslüften, bevor Sie es zudecken. So kann die Feuchtigkeit aus der Matratze entweichen, bevor sie in die oberen Schichten zieht.

Wechseln Sie die Bettwäsche einmal pro Woche. Wenn Sie die Bettwäsche wechseln, sollten Sie die Matratze absaugen oder zumindest abbürsten, um Hautschuppen und Staub zu entfernen. Alle drei bis sechs Monate drehen Sie die Matratze, damit sie gleichmäßig belastet wird und nicht an einer Stelle durchliegt. Wenn Sie die Matratze im Sommer einige Stunden an der frischen Luft trocknen lassen können, tut ihr das gut, aber direkte Sonne bleicht den Stoff.