Kartoffeln und Zwiebeln gehören in vielen deutschen Küchen zum Grundvorrat. Viele Haushalte lagern sie gemeinsam in einem Korb oder einer Kiste, weil sie ähnliche Bedingungen zu brauchen scheinen. Daher kann die Haltbarkeit beider Lebensmittel verkürzen. Getrennte Behälter sind eine einfache Lösung ohne zusätzliche Kosten.

Vier Lagerungsregeln

Dunkel lagern

Kartoffeln reagieren empfindlich auf Licht. Schon geringe Lichteinwirkung führt zur Bildung von Chlorophyll und damit zu grünen Stellen. Gleichzeitig steigt der Gehalt an natürlichen Glykoalkaloiden, zum Beispiel Solanin. In großen Mengen sind diese gesundheitlich bedenklich. Ein dunkler Vorratsschrank, eine Papiertüte oder ein blickdichter Behälter mit Luftlöchern sind die richtige Wahl. Ein offener Korb auf der Arbeitsplatte ist keine geeignete Dauerlösung.

Auch Zwiebeln profitieren von dunkler Lagerung. Die trockene Außenschale bietet aber etwas mehr Schutz. Ein heller Standort kann die Keimung fördern und die Qualität mindern.

Luftig aufbewahren

Kartoffeln und Zwiebeln atmen nach der Ernte weiter und geben Feuchtigkeit ab. Ohne ausreichenden Luftaustausch staut sich die Feuchtigkeit. Schimmel oder Fäulnis können sich schnell ausbreiten. Geeignete Behälter sind Papiertüten, Jute- oder Stoffbeutel, Netze, offene Kartons oder gelochte Kisten. Fest verschlossene Plastikbeutel sind ungeeignet, weil sich darin Kondenswasser bildet. Das Bundeszentrum für Ernährung weist darauf hin, dass Folienverpackungen für Kartoffeln nicht geeignet sind.

Kühl lagern

Der ideale Temperaturbereich für Kartoffeln liegt bei etwa 7 bis 10 Grad Celsius. Ein kühler Keller oder eine Speisekammer erfüllen diese Bedingung gut. Der Kühlschrank ist für die längere Lagerung ganzer roher Kartoffeln nicht optimal, weil die Kälte Stärke in Zucker umwandelt. Das verändert den Geschmack und kann beim Braten oder Backen zu stärkerer Bräunung führen, was im Zusammenhang mit Acrylamid relevant ist. Für einige Tage kann das Gemüsefach eine Notlösung sein, wenn kein anderer kühler Ort vorhanden ist.

Zwiebeln brauchen ebenfalls einen kühlen, trockenen Ort. Die genaue Temperatur ist weniger kritisch als bei Kartoffeln, aber Frost und hohe Wärme sollten vermieden werden.

Warum getrennt lagern

Unterschiedliche Feuchteansprüche

Kartoffeln und Zwiebeln brauchen unterschiedliche Luftfeuchtigkeit. Zwiebeln sollten besonders trocken liegen, damit ihre Schale fest bleibt und keine Fäulnis entsteht. Kartoffeln brauchen eine trockene Oberfläche. Bei sehr trockener Umgebung verlieren sie aber schneller Wasser und werden schrumpelig. In getrennten Behältern lässt sich für jedes Lebensmittel das passende Mikroklima schaffen.

Keine Geruchs- und Stoffübertragung

Zwiebeln geben flüchtige Aromastoffe ab, die Kartoffeln aufnehmen können. Umgekehrt können Kartoffeln die Gerüche anderer Lagerware beeinflussen. In getrennten Behältern bleibt der Eigengeschmack beider Lebensmittel erhalten. Die Trennung verhindert auch, dass Feuchtigkeit oder Flüssigkeit von einer faulenden Zwiebel oder Kartoffel auf die andere Ware übergeht.

Einfachere Kontrolle

Wenn Kartoffeln und Zwiebeln in eigenen Behältern liegen, fällt ein weiches oder faules Exemplar schneller auf. Sie können die Vorräte getrennt kontrollieren und beschädigte Stücke sofort entfernen, bevor sie die gesamte Charge beeinträchtigen. Eine wöchentliche Kontrolle genügt, um frühzeitig zu reagieren.

Geeignete Behälter

Papiertüten für Kartoffeln

Papiertüten eignen sich für kleine bis mittlere Haushaltsmengen. Sie schützen vor Licht, lassen Luft zirkulieren und nehmen überschüssige Feuchtigkeit auf. Die Tüte sollte nicht zu dicht gefüllt sein und an einem trockenen Ort stehen. Bei feuchter Kellerluft wird das Papier schnell weich. Dann ist ein anderer Behälter besser geeignet.

Netze und offene Kisten für Zwiebeln

Lagern Sie Zwiebeln in Netzen, offenen Kartons oder flachen Kisten. Die gute Luftzirkulation hält die Schale trocken und beugt Schimmel vor. Netzbeutel haben den Vorteil, dass die Ware sichtbar bleibt. Sie können den Zustand jeder Zwiebel leicht prüfen. Netze schützen kaum vor Licht, daher sollten sie an einem dunklen Ort hängen oder stehen.

Jute- und Stoffbeutel

Jute- oder Stoffbeutel sind für beide Lebensmittel geeignet, sofern sie sauber und trocken sind. Sie sind luftdurchlässig und lichtundurchlässig. Nach Gebrauch sollten die Beutel ausgelüftet und bei Bedarf gewaschen werden, damit sich keine Schimmelsporen oder Gerüche festsetzen.

Kunststoffboxen mit Bedacht wählen

Grundsätzlich ist eine Kunststoffbox nicht falsch, aber die Bauart entscheidet. Gelochte, blickdichte Boxen mit Luftöffnungen sind möglich. Luftdichte Boxen sind ungeeignet, weil die eingeschlossene Feuchtigkeit Fäulnis begünstigt. Wenn Sie Kunststoffboxen verwenden, achten Sie darauf, dass Sie sie regelmäßig reinigen und vollständig trocknen.

Grüne und gekeimte Kartoffeln

Grüne Stellen richtig einschätzen

Kleine, klar begrenzte grüne Stellen können Sie großzügig entfernen. Schneiden Sie auch die Keimansätze und die sogenannten Augen tief heraus. Stark grüne Kartoffeln mit großflächiger Verfärbung sollten Sie nicht mehr essen. Die enthaltenen Glykoalkaloide sind hitzestabil und werden durch Kochen nicht abgebaut. Ein bitterer Geschmack ist ein Warnsignal und sollte nicht überdeckt werden.

Gekeimte Kartoffeln: Wann ist Schluss?

Eine feste Kartoffel mit wenigen kleinen Keimen können Sie nach dem Entfernen der Keimansätze noch verwenden. Sie sollte dann aber bald verbraucht werden. Sind die Keime länger als ein bis zwei Zentimeter oder ist die Kartoffel schrumpelig und weich, gehört sie in den Müll. Auch Kartoffeln, die bitter schmecken, sollten Sie entsorgen.

Verdorbene Ware sofort entfernen

Eine faule, schleimige oder schimmelige Kartoffel oder Zwiebel sollten Sie vollständig entsorgen. Wenn die Knolle bereits weich oder nass ist, reicht es nicht, nur die sichtbare Stelle abzuschneiden. Kontrollieren Sie die benachbarte Ware. Entfernen Sie auch Exemplare, die mit austretender Flüssigkeit in Kontakt gekommen sind. Ein einzelnes faules Stück kann in kurzer Zeit die gesamte Charge verderben.

Lagerorte im Haushalt

In der Küche

Wenn Sie nur wenig Platz haben, stellen Sie Kartoffeln in eine Papiertüte in einen dunklen Unterschrank und Zwiebeln in ein separates Netz oder einen kleinen Korb an einem anderen Ort, und halten Sie Abstand zu Herd, Spülmaschine und Heizung. Bei Temperaturen über 12 Grad sollten Sie die Vorräte häufiger kontrollieren und kleinere Mengen einkaufen.

In der Speisekammer

Eine kühle, trockene Speisekammer ist ideal. Kartoffeln lagern Sie in einer Papiertüte oder Kiste, Zwiebeln separat in einem offenen Behälter. Stellen Sie die Behälter auf ein Regal oder eine Holzleiste, um Bodenkontakt zu vermeiden. Ordnen Sie die Vorräte nach Einkaufsdatum, damit die ältere Ware zuerst verbraucht wird.

Im Keller

Ein trockener, frostfreier und gut belüfteter Keller ist geeignet. Bei hoher Luftfeuchtigkeit reichen offene Kartons nicht aus. Verwenden Sie stattdessen Holzbehälter oder Lattenroste, damit die Luft von unten zirkulieren kann, und schichten Sie Kartoffeln nicht zu hoch, um Druckstellen zu vermeiden. Prüfen Sie regelmäßig auf Kondenswasser und muffige Gerüche.

Frühkartoffeln und Lagerkartoffeln unterscheiden

Frühkartoffeln mit dünnerer Schale sind nicht für längere Lagerung gedacht und sollten innerhalb von etwa zwei Wochen verbraucht werden. Späte, lagerfähige Sorten halten unter guten Bedingungen deutlich länger. Achten Sie beim Einkauf auf die Sorte und planen Sie die Verwendung entsprechend.