Wenn am Monatsende weniger Geld übrig bleibt als erwartet, zeigt ein Haushaltsbuch, wohin Ihr Geld fließt. Sie halten Einnahmen und Ausgaben fest und erkennen regelmäßige Kosten sowie mögliche Einsparungen.
Aufschreiben allein spart kein Geld. Sie senken Ihre Ausgaben, wenn Sie Einkäufe planen, laufende Verträge prüfen und Geld für jährliche Rechnungen zurücklegen.
Diese Ausgaben zeigt Ihr Haushaltsbuch
Ein Haushaltsbuch zeigt, wohin Ihr Geld fließt. Erfassen Sie dafür neben Kartenzahlungen und Abbuchungen auch Bargeldkäufe. Notieren Sie jeweils Datum, Betrag und eine passende Kategorie, zum Beispiel Wohnen, Lebensmittel, Mobilität oder Freizeit. Eine Tabelle, ein Heft oder eine App reichen aus. Wichtig ist, dass Sie Ihre Aufzeichnungen im Alltag regelmäßig fortführen.
Zur Einordnung: Laut der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 2023 entfielen rund 37,5 Prozent der privaten Konsumausgaben auf Wohnen, Energie und Wohnungsinstandhaltung. 14,4 Prozent entfielen auf Lebensmittel, Getränke und Tabakwaren. Das sind Durchschnittswerte, keine Vorgabe für Ihr Budget. Haushaltsgröße, Einkommen und Wohnsituation verändern die Ausgaben deutlich.
Auch Steuern und Sozialversicherungsbeiträge gehören nicht zu den privaten Konsumausgaben der Statistik. Berücksichtigen Sie für Ihren eigenen Überblick trotzdem alle Zahlungen, die Ihnen monatlich Geld wegnehmen. So sehen Sie, wie viel nach den Pflichtzahlungen für den Alltag bleibt.
Ausgaben im Haushaltsbuch erfassen
Trennen Sie feste, veränderliche und unregelmäßige Kosten. Miete, Versicherungen und Kreditraten fallen regelmäßig an. Lebensmittel, Kleidung und Freizeitkosten schwanken stärker. Dazu kommen Rechnungen, die nur jährlich oder vierteljährlich eintreffen. Teilen Sie einen Jahresbetrag durch zwölf und einen Quartalsbetrag durch drei. Der so berechnete Monatsanteil gehört in Ihre Planung, auch wenn die Rechnung erst später fällig wird.
Fassen Sie ähnliche Ausgaben in wenigen klaren Kategorien zusammen. Wenn Sie etwa sämtliche Einkäufe unter „Sonstiges“ verbuchen, erkennen Sie kaum, wo das Geld hingeht. Eine Aufteilung in Lebensmittel, Drogerie und Essen außer Haus liefert mehr Anhaltspunkte, ohne dass Sie jeden einzelnen Kauf kompliziert erfassen müssen.
Beobachten Sie Ihre Ausgaben über mehrere Monate, bevor Sie ein festes Budget ansetzen. Eine Reparatur, eine Reise oder andere besondere Kosten können einzelne Monate verteuern. Mit mehreren Monaten in der Übersicht erkennen Sie leichter, welche Ausgaben regelmäßig anfallen und welche einmalig sind.
Ausgaben planen und Sparziel festlegen
Ziehen Sie zuerst feste Verpflichtungen und die monatlichen Anteile unregelmäßiger Rechnungen vom verfügbaren Einkommen ab. Den verbleibenden Betrag teilen Sie auf veränderliche Ausgaben, Rücklagen und ein erreichbares Sparziel auf. Planen Sie einen Puffer für dringende Ausgaben ein, damit eine unerwartete Rechnung Ihr Monatsbudget nicht durcheinanderbringt.
Prüfen Sie einmal pro Woche, wie viel Sie in den veränderlichen Kategorien bereits ausgegeben haben. Liegen die Lebensmitteleinkäufe deutlich über Ihrem selbst gesetzten Rahmen, schauen Sie auf die Belege: Waren häufige spontane Einkäufe der Grund, oder haben Sie größere Mengen gekauft, die später ungenutzt blieben? Wählen Sie eine Maßnahme, die zum erkannten Muster passt.
Beginnen Sie mit Ausgaben, die Sie tatsächlich beeinflussen können. Wiederkehrende Abbuchungen für kaum genutzte Dienste lassen sich oft leichter prüfen als die Miete oder Betreuungskosten. Auch bei hohen Kosten, die Sie kurzfristig kaum ändern können, hilft die Übersicht: Sie sehen, wie viel Geld dafür ausgegeben wird und wie viel an anderer Stelle übrig bleibt.
Einkäufe besser planen
Notieren Sie Ihre wöchentlichen Lebensmittelausgaben und achten Sie darauf, welche Lebensmittel regelmäßig verderben oder ungeplant im Einkaufswagen landen. Sehen Sie vor dem Einkauf in den Vorratsschrank und planen Sie Mahlzeiten anhand der vorhandenen Lebensmittel. Eine Einkaufsliste hilft, benötigte Zutaten und Mengen festzuhalten. Reste lassen sich für weitere Mahlzeiten einplanen; beim Preisvergleich lohnt sich der Blick auf den Kilopreis.
Vergleichen Sie nicht nur einzelne Kassenbons, sondern auch Ihre Ausgaben von Woche zu Woche. So erkennen Sie, ob eine veränderte Planung tatsächlich zu Ihrem Alltag passt. Ein Wocheneinkauf kann zusätzliche spontane Einkäufe verringern, funktioniert aber nur, wenn er zu Ihren Essgewohnheiten und Ihrem Bedarf passt.
Stromverbrauch und Heizkosten senken
Nutzen Sie Ihre Stromrechnung und, wenn vorhanden, den Zählerstand, um den Verbrauch im Blick zu behalten. Beladen Sie Wasch- und Spülmaschinen voll, nutzen Sie Eco-Programme und schalten Sie Geräte aus, wenn Sie sie nicht brauchen. Wie viel Sie damit sparen, hängt von Ihrem bisherigen Verbrauch und Ihren Geräten ab.
Beim Heizen senkt eine um ein Grad niedrigere Raumtemperatur den Verbrauch nach Angaben der Verbraucherzentrale um etwa sechs Prozent. Ihre Heizkostenrechnung sinkt deshalb nicht automatisch um denselben Prozentsatz. Sie hängt auch von anderen Kosten ab. Kühlen Sie wenig genutzte Räume außerdem nicht unter 16 Grad aus: Zu niedrige Temperaturen erhöhen das Schimmelrisiko.
Laufende Verträge vergleichen
Suchen Sie in Ihrem Haushaltsbuch nach regelmäßigen Abbuchungen für Strom, Gas, Mobilfunk, Internet und andere Verträge. Prüfen Sie bei Energieangeboten die jährlichen Gesamtkosten sowie Grund- und Arbeitspreis. Ein einmaliger Bonus senkt den ausgewiesenen Preis für das erste Jahr und erschwert den Vergleich mit den Folgejahren. Lesen Sie auch die Vertragsbedingungen und die voreingestellten Filter eines Vergleichsportals.
Kündigen Sie Versicherungen oder Altersvorsorgeverträge nicht vorschnell, nur weil das Monatsbudget knapp ist. Je nach Vertrag kommen andere Möglichkeiten infrage, etwa eine Stundung oder Beitragsfreistellung. Holen Sie bei Unsicherheit unabhängige Beratung ein, bevor Sie entscheiden. Solche Entscheidungen lassen sich später oft nur schwer rückgängig machen.