Wenn ein großer Teil des Einkommens für Miete, Lebensmittel und Rechnungen draufgeht, bleibt Familien wenig Geld übrig. Ein Überblick über Ihre Ausgaben zeigt, wo Sie Kosten senken können. Er erhöht Ihr Einkommen nicht und gleicht hohe Fixkosten nicht aus.

Prüfen Sie zuerst, wo Sie selbst etwas ändern können. Dazu gehören Einkäufe und Verträge ebenso wie Energieverbrauch und tägliche Ausgaben. Wie viel Sie sparen, hängt von Ihrer Situation ab.

1. Ausgaben eine Woche lang notieren

Schreiben Sie zunächst eine Woche lang alle Ausgaben auf, ohne sofort etwas zu streichen. Erfassen Sie dabei Kartenzahlungen und kleine Beträge ebenso wie Abos. Auch unregelmäßige Rechnungen wie Versicherungen oder die Kfz-Steuer gehören dazu. Teilen Sie den Jahresbetrag durch zwölf, um sie besser einzuordnen.

Danach sehen Sie, welche Ausgaben besonders ins Gewicht fallen und welche sich prüfen lassen. Ein Haushaltsbuch verschafft Überblick, macht ein knappes Budget aber nicht automatisch ausreichend.

2. Mahlzeiten für die Woche planen

Prüfen Sie vor dem Einkauf, was noch im Kühlschrank, Gefrierfach und Vorratsschrank liegt. Planen Sie daraus einfache Mahlzeiten und schreiben Sie nur die fehlenden Zutaten auf die Einkaufsliste. Denken Sie auch an Snacks für Schule und Arbeit und an Abende, an denen wenig Zeit bleibt. Ein Plan, der zum Familienalltag passt, lässt sich leichter einhalten.

Lagern Sie empfindliche Lebensmittel so, dass Sie sie rechtzeitig verbrauchen. Kaufen Sie verderbliche Ware nur in Mengen, die voraussichtlich aufgebraucht werden.

3. Preise pro Kilogramm oder Liter vergleichen

Das Angebotsschild zeigt nicht immer, welches Produkt günstiger ist. Vergleichen Sie bei ähnlichen Waren den Grundpreis, also den Preis pro Kilogramm oder Liter. Eine größere Packung lohnt sich nur, wenn Ihre Familie den Inhalt auch verbraucht.

Auch reduzierte Lebensmittel, deren Mindesthaltbarkeitsdatum bald erreicht ist, können passen, wenn Sie sie rechtzeitig einplanen. Gehen Sie möglichst mit Einkaufsliste einkaufen. Kaufen Sie zusätzliche Angebote nicht, wenn Sie das Produkt nicht brauchen.

4. Abos und Verträge gemeinsam prüfen

Listen Sie Streamingdienste, Fitnessstudio, Mobilfunk, Internet und Mitgliedschaften auf. Fragen Sie bei jedem Vertrag: Nutzen wir ihn regelmäßig? Gibt es eine günstigere Option, die zu unserem Bedarf passt? Wann endet die Kündigungsfrist?

Ein zunächst günstigerer Ersatzvertrag allein reicht als Kündigungsgrund nicht aus. Prüfen Sie auch Laufzeit, Preisgarantie, mögliche Zusatzkosten und Bedingungen für Boni. Bei Fitnessstudioverträgen hängt die Kündigung vom Vertrag und seinem Abschlussdatum ab. Für Verträge, die ab dem 1. März 2022 geschlossen wurden, gilt nach Ablauf der Erstlaufzeit eine monatliche Kündigungsfrist. Die vereinbarte Erstlaufzeit bleibt davon unberührt.

5. Stromverbrauch und Tarif prüfen

So sparen Sie im Alltag Strom: Beladen Sie die Spülmaschine möglichst vollständig, nutzen Sie das Eco-Programm und erhitzen Sie im Wasserkocher nur so viel Wasser, wie Sie brauchen. Stellen Sie den Kühlschrank passend ein und halten Sie sich an die Herstellerhinweise.

Prüfen Sie zusätzlich den Strom- oder Gastarif. Vergleichen Sie den ausgewiesenen Preis, die Laufzeit, die Preisgarantie und die Bonusbedingungen. Ein Tarif mit Bonus kann nach dem ersten Jahr teurer werden; bei dynamischen Tarifen schwankt der Preis. Ein Wechsel lohnt sich daher erst, wenn die Bedingungen zu Ihrem Verbrauch passen.

6. Kleidung und Dinge gebraucht kaufen

Kinder wachsen schnell aus Kleidung heraus. Fragen Sie im Familien- und Freundeskreis nach Tauschmöglichkeiten oder suchen Sie gezielt nach gut erhaltener gebrauchter Kleidung. Überlegen Sie bei anderen Anschaffungen, ob Sie den Gegenstand nur kurz brauchen und leihen können.

Prüfen Sie bei Gebrauchtkäufen Zustand, Rückgabe- und Garantiebedingungen sowie die Zahlungsmethode. Bei Spielzeug zählt außerdem die Sicherheit. Geeignete Beispiele sind Spielzeuge aus unbehandeltem Massivholz und Bausteine aus hartem Kunststoff. Von älterem Spielzeug aus weichem Kunststoff rät die Verbraucherzentrale wegen möglicher Weichmacher ab.

7. Unterwegs-Ausgaben und Reste einplanen

Notieren Sie Ausgaben für Snacks und Getränke unterwegs als eigene Kategorie. Wenn es in Ihren Tagesablauf passt, bereiten Sie etwas für Schule, Arbeit oder Ausflüge vor. Das muss nicht täglich gelingen: Schichtarbeit, Betreuung und volle Tage lassen oft wenig Zeit.

Planen Sie Reste direkt für eine weitere Mahlzeit ein und bewahren Sie sie sicher auf. So landen weniger Lebensmittel im Müll und Sie haben schon etwas für eine spätere Mahlzeit.

8. Ein erreichbares Sparziel festlegen

Setzen Sie sich ein konkretes Ziel, das zu Ihrem Budget passt, zum Beispiel einen Höchstbetrag für den Wocheneinkauf oder einen kleinen Sparbetrag für eine geplante Anschaffung. Beziehen Sie alle Familienmitglieder ein, die bei den Ausgaben mitentscheiden. Lassen Sie dabei Platz für unvorhergesehene Kosten wie eine kaputte Waschmaschine.

Die Verbraucherzentrale Hamburg empfiehlt als Orientierung eine Geldreserve für Notfälle, einen sogenannten Notgroschen, von drei bis vier Netto-Monatsgehältern. Nicht jede Familie kann so viel zurücklegen. Wenn die Einnahmen regelmäßig nicht für die festen Ausgaben reichen oder das Konto dauerhaft ins Minus rutscht, wenden Sie sich früh an eine kostenlose Schuldnerberatung.