Dreht sich der Fenstergriff schwergängig, klemmt der Flügel beim Schließen oder dichtet das Fenster nicht mehr, liegt das selten am Glas. Meist liegt es an den Beschlägen, den beweglichen Metallteilen im Rahmen, die den Flügel halten, führen und andrücken. Einmal im Jahr reicht für die meisten Fenster: Griff und Mechanik bleiben leichtgängig, und Sie erkennen früh, wenn ein Teil repariert oder ersetzt werden muss.
Warum Griffe und Beschläge Pflege brauchen
Staub, Pollen, Feuchtigkeit und normaler Gebrauch belasten die Mechanik. Die feinen Gelenke und Führungsschienen im Fensterrahmen sammeln mit der Zeit Schmutz an, das Schmiermittel verharzt oder trocknet aus. Die Folge: Der Griff dreht sich schwerer, der Flügel hakt beim Öffnen und Schließen, und die Dichtung schließt nicht mehr sauber ab. Wenn Sie die Teile einmal im Jahr reinigen, prüfen und neu schmieren, bleiben die Fenster dicht und lassen sich sicher bedienen. Ein kurzer Funktionstest zeigt dabei, ob alle Zapfen sauber in die Schließbleche greifen und der Flügel gleichmäßig anliegt.
Reinigen
Bevor Sie etwas ölen, müssen die Beschläge sauber sein. Fett und Öl binden Staub, und wenn Sie auf eine verschmutzte Mechanik neues Öl geben, verteilen Sie den Schmutz nur in den Gelenken. Wischen Sie die sichtbaren Metallteile, die Führungsschienen und die Schließbleche mit einem trockenen oder leicht feuchten Tuch ab. Bei hartnäckigen Ablagerungen hilft ein mildes Reinigungsmittel. Tragen Sie es sparsam auf und wischen Sie es danach gründlich ab. Achten Sie darauf, dass keine Feuchtigkeit in die Mechanik läuft. Auch die Dichtungsgummis am Flügel wischen Sie mit einem feuchten Tuch ab. Dafür gibt es spezielle Pflegemittel, Sie können die Dichtungen aber auch einfach mit klarem Wasser reinigen.
Schmieren
Nach der Reinigung tragen Sie einen dünnen Film Pflegeöl auf die beweglichen Teile auf. Wichtig ist, sparsam zu arbeiten: Ein Tropfen auf die Gelenke, die Führungsschienen und die Drehpunkte des Griffs genügt. Zu viel Öl läuft in den Rahmen, zieht Staub an und kann die Dichtung angreifen. Verteilen Sie das Öl, indem Sie den Griff mehrmals bewegen und den Flügel öffnen und schließen. Welches Öl Sie verwenden, ist weniger entscheidend als die Menge: Handelsübliche Pflegeöle für Fensterbeschläge oder ein dünnflüssiges Haushaltsöl erfüllen den Zweck. Vermeiden Sie fette, zähe Schmiermittel, die nach kurzer Zeit verharzen.
Beschläge einstellen
Wenn der Griff hakt oder der Flügel schwer schließt, liegt das oft an der Einstellung der Beschläge, nicht an fehlendem Öl. Viele Fenster lassen sich mit wenigen Handgriffen selbst justieren. An den Schließzapfen, den stabilen Metallstiften an der Flügelseite, sitzt eine kleine Stellschraube. Drehen Sie sie, wird der Zapfen länger oder kürzer. Dadurch wird der Flügel stärker oder schwächer in den Rahmen gedrückt. So stellen Sie den Anpressdruck ein, wenn das Fenster nicht mehr richtig dichtet oder sich nur mit Gewalt schließen lässt.
Zwei weitere Stellschrauben sitzen an den Bändern, den Scharnieren der Fenster. Das Ecklager sitzt unten auf der Bandseite. Mit seiner Schraube heben oder senken Sie den Flügel parallel. Das Scherenlager oben auf derselben Seite hebt oder senkt den Flügel schräg. Damit gleichen Sie aus, wenn der Flügel am Rahmen schleift oder oben oder unten nicht sauber abschließt. Drehen Sie die Schrauben immer in kleinen Schritten und testen Sie nach jeder Drehung, ob das Fenster leichtgängig schließt. Wenn Sie unsicher sind, notieren Sie sich die Ausgangsposition, damit Sie die Einstellung zurückdrehen können.
Wann ein Austausch nötig ist
Nicht jede Störung lässt sich mit Reinigen, Ölen und Einstellen beheben. Wenn ein Griff wackelt, obwohl die Schrauben fest sitzen, hilft nur der Austausch. Das gilt auch, wenn die Mechanik im Inneren des Griffs ausgeschlagen ist oder ein Beschlagteil gebrochen oder stark korrodiert ist. Auch wenn sich der Flügel trotz korrekter Einstellung nicht mehr dicht schließen lässt oder die Beschläge sichtbar verbogen sind, sollten Sie die Teile ersetzen. Griffe sind in der Regel einfach zu wechseln: Meist reicht es, eine Abdeckkappe zu lösen und die dahinterliegende Schraube herauszudrehen. Bei Beschlägen im Rahmen ist der Austausch aufwendiger. Dann lohnt der Anruf beim Fachbetrieb, vor allem bei älteren Fenstern, bei denen die Ersatzteilbeschaffung schwierig sein kann. Ein defekter Beschlag ist kein kosmetisches Problem: Ein Fenster, das nicht richtig schließt, dichtet nicht, und ein loser Griff erleichtert Einbrüchen die Arbeit.