Nach vielen Backvorgängen bedeckt eine eingebrannte Schicht aus Fett und Speiseresten den Backofenrost. Das verleitet zu einem schnellen Griff nach Stahlwolle oder Scheuerschwamm. Das Ergebnis ist eine blanke Oberfläche, aber auch feine Kratzer, die bei vielen Rosten dauerhaft bleiben. Kratzer sind kein rein kosmetisches Problem. Bei verchromten Röhren dringt Feuchtigkeit durch die beschädigte Chromschicht ein, und der Stahl beginnt zu rosten. Bei emaillierten Röhren wird die Oberfläche rau, und neues Fett setzt sich leichter fest.
Die schonende Methode ist das Einweichen. Heißes Wasser, ein mildes Spülmittel und Zeit lösen die Verkrustung, ohne dass Sie mit einer Bürste Druck ausüben müssen. Das Einweichen dauert länger als das Schrubben, schützt aber das Material und hält den Rost länger sauber. Verchromte, emaillierte und Stahlroste reagieren unterschiedlich auf mechanische Reinigung. Die Einweichmethode und eine Paste aus Backpulver und Wasser lösen auch hartnäckige Verschmutzungen, ohne die Oberfläche zu zerstören.
Warum Schrubben dem Rost schadet
Backofenroste haben unterschiedliche Oberflächen. Die meisten Roste sind verchromt, emailliert oder aus Edelstahl. Alle drei Materialien vertragen mechanische Reinigung nur begrenzt, reagieren aber unterschiedlich.
Verchromte Röhren haben eine dünne Chromschicht, die den Stahlkern vor Feuchtigkeit schützt. Diese Schicht ist hart, aber nicht dick. Eine Drahtbürste oder ein Scheuerschwamm hinterlässt feine Riefen. Sobald die Chromschicht an einer Stelle durchbrochen ist, dringt Feuchtigkeit ein und der Stahl beginnt zu rosten. Dieser Schaden ist dauerhaft.
Emaillierte Röhren sind mit einer glasartigen Schicht überzogen. Diese Emaille ist kratzfest, aber spröde. Beim Schrubben mit harten Bürsten entstehen feine Kratzer, die die Oberfläche aufrauen. In diesen Riefen setzt sich eingebranntes Fett fest und lässt sich bei der nächsten Reinigung nur schwerer entfernen. Zusätzlich kann Emaille an Kanten abplatten, wenn Sie mit Metallwerkzeug arbeiten.
Edelstahlroste sind die robusteste Wahl, aber nicht unempfindlich. Stahlwolle hinterlässt feine Riefen und kann Stahlpartikel auf der Oberfläche zurücklassen, die später rosten. Auch bei Edelstahl bleibt eine glatte Oberfläche länger sauber als eine zerkratzte.
Die Einweichmethode
Füllen Sie die Spüle oder eine Wanne mit heißem Wasser und geben Sie etwas Spülmittel dazu. Legen Sie den Rost hinein und lassen Sie ihn mehrere Stunden einweichen, bei starken Verschmutzungen über Nacht. Die Wärme macht das Fett weich, und das Spülmittel löst es von der Oberfläche, ohne sie anzugreifen.
Für Stellen, die das Einweichen nicht vollständig löst, mischen Sie eine Paste aus Backpulver. Verrühren Sie drei Esslöffel Backpulver, etwa ein bis zwei Päckchen, mit vier bis sechs Esslöffeln Wasser zu einer cremigen Masse. Tragen Sie die Paste auf die verschmutzten Stellen auf, lassen Sie sie einige Minuten einwirken und wischen Sie sie mit einem weichen Tuch ab. Das Backpulver wirkt leicht schleifend, ohne die Oberfläche zu zerstören. Statt Backpulver können Sie auch Natron verwenden, das wirkt ähnlich. Essig und Zitronensaft lösen Fett durch ihre Säure, müssen aber nach der Einwirkzeit gründlich abgespült werden.
Ein Schwamm mit der weichen Seite oder ein Mikrofasertuch reicht aus, um die gelöste Verschmutzung abzuwischen. Falls Sie einen Scheuerschwamm verwenden, dann nur mit der rauen Seite und wenig Druck. Je länger der Rost einweicht, desto weniger Kraft ist nötig.
Chemische Reiniger sind keine bessere Lösung
Chemische Backofenreiniger arbeiten schneller: Sie lösen Fett in wenigen Minuten, und Sie sparen sich das Warten. Der Nachteil ist, dass sie starke Laugen enthalten, die die Beschichtung des Rosts angreifen können. Auf verchromten Röhren wird die Chromschicht angegriffen, auf emaillierten Oberflächen wird die Glasur stumpf. Zudem müssen Sie bei solchen Mitteln Handschuhe tragen und den Backofen gut lüften.
Die Einweichmethode ist langsamer, arbeitet aber mit Wärme, Wasser und milden Haushaltsmitteln, die das Material nicht beschädigen. Sie kommen ohne Einreiben, ohne gefährliche Dämpfe und ohne Handschuhe aus. Der Zeitaufwand ist höher, dafür ist der Rost am Ende sauber und behält seine Oberfläche.
Fazit
Einweichen macht den Backofenrost sauber; Schrubben ist unnötig und schädigt das Material. Heißes Wasser, Spülmittel und eine Paste aus Backpulver lösen eingebranntes Fett, ohne Kratzer zu hinterlassen. Verchromte, emaillierte und Stahlroste bleiben intakt, wenn Sie auf Stahlwolle und Scheuermittel verzichten. Planen Sie genug Zeit ein, lassen Sie den Rost über Nacht im Wasser einweichen und wischen Sie die Reste mit einem weichen Tuch ab. Das Ergebnis ist ein sauberer Rost, der bei der nächsten Reinigung schneller wieder sauber wird.