Wer den Haushalt teilt, kennt drei Reibungspunkte: Wer kauft ein, wer putzt, wohin fließt das gemeinsame Geld? Haushalts-Apps übernehmen den Teil, der am meisten nervt: das Erinnern an Absprachen. Die Streitfragen selbst müssen die Beteiligten weiterhin klären.
Im Alltag funktionieren eine Einkaufsliste, ein Putzplan und eine Haushaltskasse nur, wenn alle sie tatsächlich nutzen. Der Nutzen entsteht, weil alle auf dem eigenen Handy denselben aktuellen Stand sehen.
Gemeinsame Einkaufsliste mit Bring!
Bring! ist eine gemeinsame Einkaufsliste für zwei oder mehr Personen. Der Ablauf ist simpel: Die Milch ist leer, Sie öffnen die App, tippen „Milch“ in die Liste und stecken das Handy wieder ein. Ihre Mitbewohnerin oder Ihr Partner sieht den Eintrag sofort auf dem eigenen Gerät, wenn er oder sie im Supermarkt steht. Die App sortiert die Einträge in Kategorien wie Obst und Gemüse, Molkerei oder Getränke, sodass die Reihenfolge in der Liste in etwa dem Weg durch den Laden entspricht.
Sie können außerdem mehrere getrennte Listen anlegen, etwa für den Wocheneinkauf, die Drogerie oder den Baumarkt. Sie laden alle Personen ein, die im Haushalt einkaufen, und jedes Familienmitglied kann unterwegs fehlende Dinge ergänzen. Bring! gibt es in einer kostenlosen Basisversion, die für diesen Zweck ausreicht. Allerdings hilft die Liste nur, wenn Sie Einträge sofort ergänzen, sobald Ihnen etwas auffällt, und nicht erst im Laden. Ein Zettel am Kühlschrank funktioniert nach demselben Prinzip, aber er hat den Nachteil, dass nicht alle Beteiligten ihn während des Einkaufs bei sich tragen.
Putzplan mit Sweepy
In einer WG oder Familie ist das Problem beim Putzen meist die Verteilung. Sweepy löst das mit einem rotierenden Plan. Sie legen die Räume fest, etwa Bad, Küche und Wohnzimmer, und ordnen jeder Fläche Aufgaben zu: Bad putzen, Staub saugen, Müll rausbringen. Sie geben an, wie oft eine Aufgabe erledigt werden muss. Die Küche braucht alle paar Tage einen Durchgang, das Wohnzimmer reicht wöchentlich.
Die App baut daraus einen Ablaufplan und rotiert die Aufgaben, sodass nicht immer dieselbe Person das Bad putzt. Jedes Haushaltsmitglied sieht auf dem eigenen Handy, welche Aufgabe heute ansteht, und bekommt eine Erinnerung. Wer eine Aufgabe erledigt, hakt sie ab; die App zählt Punkte und macht die Verteilung für alle sichtbar. Damit entfällt die Diskussion, wer zuletzt geputzt hat, weil die Antwort in der App steht. Sweepy bietet eine kostenlose Variante, die für einen einzelnen Haushalt reicht.
Der Putzplan kontrolliert nicht das Ergebnis. Die App verteilt Aufgaben und erinnert daran, aber ob die Spüle wirklich sauber ist, muss weiterhin jemand im Haushalt prüfen. Wer allein wohnt, braucht die App nicht. Wer mit anderen zusammenlebt, spart sich vor allem das ständige Nachfragen.
Haushaltskasse mit Finanzguru oder Outbank
Wenn Sie mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin ein gemeinsames Konto für Miete, Lebensmittel und Freizeit führen, fragen Sie sich regelmäßig, wofür das Geld ausgegeben wurde. Finanzguru liest die Kontodaten mit Ihrer ausdrücklichen Freigabe über die Schnittstelle der Bank und sortiert jede Buchung automatisch in Kategorien wie Lebensmittel, Wohnen, Mobilität oder Freizeit. Am Monatsende sehen Sie auf einen Blick, welcher Posten Ihr Budget belastet. Sie können pro Kategorie einen Rahmen festlegen, etwa einen bestimmten Betrag für Lebensmittel. Die App meldet sich, wenn die Grenze fast erreicht ist.
Wer seine Daten nicht an einen Cloud-Dienst geben möchte, findet in Outbank eine Alternative. Outbank bündelt Konten verschiedener Banken in einer Übersicht und speichert die Daten lokal auf dem Gerät. Auch hier lassen sich Ausgaben kategorisieren und mit einem Budgetrahmen vergleichen. Allerdings müssen Sie die Sortierung in einigen Fällen selbst nachziehen.
Beide Apps haben eine gemeinsame Grenze: Sie sehen nur, was über das Konto läuft. Bargeld für den Bäcker oder den Wochenmarkt taucht in der Statistik nicht auf, wenn Sie es nicht manuell erfassen. Die automatische Einordnung von Buchungen ist nicht perfekt. Wer die Auswertung nicht am Monatsende öffnet, hat am Ende nur eine besser sortierte Liste statt einer echten Kontrolle.
Worauf Sie beim Einstieg achten sollten
Bevor Sie sich für eine App entscheiden, klären Sie zuerst, ob alle Beteiligten mitziehen. Eine Einkaufsliste nützt wenig, wenn die eine Hälfte des Haushalts weiterhin auf Zettel vertraut und die andere in der App einkauft. Prüfen Sie außerdem, ob die App auf allen verwendeten Geräten läuft. Bring!, Sweepy, Finanzguru und Outbank gibt es für Android und iOS, aber nicht jede Zusatzfunktion ist auf beiden Systemen gleich umgesetzt.
Bei Finanz-Apps sollten Sie sich vor der Anmeldung ansehen, welche Daten übertragen werden und wo sie gespeichert sind. Die Zustimmung zum Kontozugriff ist jederzeit widerrufbar. Sie müssen sie nicht erteilen, wenn Ihnen das Modell unangenehm ist.
Am besten starten Sie mit genau einem Bereich, der Ihnen gerade am meisten Nerven kostet. Wer Einkauf, Putzplan und Haushaltskasse gleichzeitig einführt, muss drei Gewohnheiten ändern statt einer. Die kostenlosen Basisversionen reichen für den Einstieg aus. Warten Sie mit einem kostenpflichtigen Abo, bis sich zeigt, dass die App im Alltag tatsächlich benutzt wird.