Mikrofasertücher nehmen Wasser und Schmutz besonders gut auf, weil ihre feinen Fasern eine große Oberfläche bieten. Diese Saugkraft bleibt erhalten, wenn Sie die Tücher nach dem Waschen an der Luft oder bei niedriger Temperatur im Trockner trocknen. So bleiben die Fasern intakt und es bleibt keine Feuchtigkeit in den Zwischenräumen zurück. Falsches Trocknen führt zu muffigen Gerüchen und einer schwächeren Reinigungsleistung.

Warum die Trocknung die Saugkraft bestimmt

Mikrofasern sind feine Kunststofffasern, meist aus Polyester und Polyamid. Sie halten Schmutz und Flüssigkeit in winzigen Zwischenräumen fest. Wenn diese Zwischenräume durch Rückstände oder beschädigte Fasern verstopft sind, nimmt das Tuch weniger auf. Hohe Trocknertemperaturen schmelzen die Fasern an oder verkleben sie, wodurch die Saugkraft dauerhaft sinkt. Deshalb gehört ein Mikrofasertuch nicht in den Wäschetrockner mit hoher Stufe, auch wenn es dort schneller trocken würde.

Dazu kommt die Restfeuchtigkeit. Ein Tuch, das innen noch feucht bleibt, bietet Bakterien einen Nährboden. Die Bakterien vermehren sich und erzeugen den typischen muffigen Geruch. Ein muffiges Tuch sollten Sie nicht weiterverwenden, denn es überträgt Bakterien auf die Oberflächen, die Sie reinigen wollen.

An der Luft trocknen

Die einfachste und sicherste Methode ist das Trocknen an der Luft. Hängen Sie die Tücher einzeln auf eine Wäscheleine oder einen Wäscheständer, sodass sie nicht übereinanderliegen. Wichtig ist, dass Luft an alle Stellen des Tuchs gelangt. Ein zusammengeknülltes Tuch in einer Ecke oder in einer geschlossenen Tasche trocknet nicht vollständig, weil die Feuchtigkeit im Inneren nicht entweichen kann.

Mikrofasertücher trocknen relativ schnell, oft innerhalb weniger Stunden, wenn sie gut belüftet hängen. Direkte Sonneneinstrahlung ist unproblematisch, kann aber bei manchen Tüchern die Farben ausbleichen. Ein Platz im Schatten oder im Innenraum mit Luftzug reicht aus. Schütteln Sie die Tücher nach dem Waschen gründlich aus, bevor Sie sie aufhängen. Dann verteilen sich die Fasern besser und das Tuch trocknet gleichmäßiger.

Trockner nur bei niedriger Temperatur

Wenn Sie einen Trockner verwenden möchten, wählen Sie das Programm für empfindliche Textilien oder die niedrigste Temperaturstufe. Viele Trockner haben ein eigenes Programm für Mikrofaser oder Sportbekleidung, das mit reduzierter Wärme arbeitet. Prüfen Sie vorher das Pflegeetikett des Tuchs, denn nicht alle Mikrofasertücher sind für den Trockner geeignet. Manche Hersteller geben an, dass das Tuch nur an der Luft getrocknet werden darf.

Vermeiden Sie es, die Tücher zusammen mit anderen schweren Textilien wie Handtüchern oder Jeans zu trocknen. Diese brauchen längere Trockenzeiten und höhere Temperaturen und belasten die Mikrofasern unnötig. Trocknen Sie Mikrofasertücher am besten separat oder zusammen mit anderen empfindlichen Stücken. Nehmen Sie die Tücher aus dem Trockner, sobald sie trocken sind, und lassen Sie sie nicht über Nacht darin liegen. Die Restwärme und die fehlende Luftzirkulation führen sonst zu Feuchtigkeitsstau und Geruch.

Weichspüler weglassen

Der häufigste Grund für muffige Mikrofasertücher ist Weichspüler. Weichspüler legt einen dünnen Film über die Fasern, der die Zwischenräume verschließt. Dadurch nimmt das Tuch weniger Wasser auf und die Saugkraft sinkt. Gleichzeitig bleiben Reste des Weichspülers in den Fasern zurück, die zusammen mit Feuchtigkeit einen Nährboden für Bakterien bilden. Lassen Sie Weichspüler bei Mikrofasertüchern grundsätzlich weg. Auch Spülmittel oder andere Zusätze, die nicht für Mikrofaser gedacht sind, sollten Sie nicht verwenden.

Wenn Ihre Tücher bereits muffig riechen, hilft ein Waschgang bei hoher Temperatur mit einem milden Vollwaschmittel ohne Weichspüler. Bei hartnäckigen Gerüchen geben Sie eine kleine Menge Essig als Weichspülerersatz in das Spülfach. Der Essig löst Rückstände und neutralisiert Gerüche. Waschen Sie danach die Tücher erneut ohne Zusätze, damit kein Essiggeruch zurückbleibt. Beachten Sie, dass nicht alle Tücher für hohe Temperaturen geeignet sind. Kontrollieren Sie das Pflegeetikett.

Fehler, die die Saugkraft reduzieren

Neben Weichspüler und zu hoher Trocknerhitze gibt es weitere Fehler, die die Saugkraft beeinträchtigen. Dazu gehört das Überladen der Waschmaschine: Wenn die Tücher zu eng gepackt sind, werden sie nicht richtig gespült und Seifenreste bleiben in den Fasern zurück. Verwenden Sie weniger Waschmittel als bei normaler Wäsche, denn Mikrofasern brauchen wenig Reinigungsmittel. Ein weiterer Fehler ist das Trocknen in der Nähe von Wärmequellen wie Heizkörpern mit hoher Temperatur. Die starke Hitze schädigt die Fasern genauso wie ein heißer Trockner.

Auch das Bügeln sollten Sie vermeiden. Die Hitze des Bügeleisens verklebt die Mikrofasern und zerstört ihre Struktur. Wenn ein Tuch nach dem Trocknen steif ist, liegen meist Rückstände aus der Wäsche in den Fasern. Ein erneuter Waschgang ohne Zusätze macht es wieder weich.