Riecht die Waschmaschine muffig, liegt das fast nie am Alter. Meist sind Bakterien, Schimmel und Waschmittelreste die Ursache. Sie sammeln sich in feuchten Bereichen der Maschine. Die Ursache finden Sie am schnellsten, wenn Sie in fester Reihenfolge vorgehen: zuerst Türmanschette und Einspülkammer, dann Flusensieb und Restwasser, danach die Waschtemperatur. Zuletzt prüfen Sie, wie Sie die Maschine trocknen lassen.
Warum die Waschmaschine stinkt
Gerüche entstehen, wenn Mikroorganismen organisches Material zersetzen. In der Waschmaschine finden sie dafür reichlich Nahrung: Hautschuppen, Fettreste aus der Wäsche und Waschmittelrückstände. Forscher der Universität Furtwangen fanden in Haushaltswaschmaschinen rund 230 Bakterienarten, die meisten davon in der Einspülkammer. Diese Bakterien gelangen mit der schmutzigen Wäsche und dem Frischwasser in die Maschine und zersetzen dort Schmutzpartikel.
Viele Kalt- und Kurzwaschprogramme begünstigen die Geruchsbildung. Bei 20 bis 40 Grad lösen sich Fette und Rückstände schlechter. Ohne gelegentliche Heißwäschen bauen sich mit der Zeit Beläge auf. Überdosiertes Waschmittel hinterlässt zusätzliche Rückstände, Weichspüler kann sich als Film ablagern. Der Bakterienfilm selbst ist laut dem Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel normalerweise kein Gesundheitsrisiko. Er ist eher ein ästhetisches Problem.
Geruchsquelle in sechs Schritten finden
Die Reihenfolge spart Zeit: Sie beginnen mit den Stellen, die am wahrscheinlichsten die Geruchsquelle sind und sich am einfachsten prüfen lassen. Prüfen Sie die Punkte der Reihe nach ab.
1. Türmanschette prüfen
Die Gummidichtung an der Tür sammelt Feuchtigkeit und Fusseln. Ziehen Sie die Manschette vorsichtig zurück und fahren Sie mit dem Finger durch die Falten. Wenn sich dort ein dunkler, schmieriger Belag oder Schimmel zeigt, ist das eine häufige Geruchsquelle. Wischen Sie die Manschette nach jedem Waschgang mit einem trockenen Tuch aus und lassen Sie die Tür offen stehen.
2. Einspülkammer ausbauen und reinigen
Die Schublade für Waschmittel und Weichspüler ist der Ort mit den meisten Bakterien. Nehmen Sie sie heraus, indem Sie auf die Entriegelung drücken, und spülen Sie sie unter warmem Wasser ab. Hartnäckige Beläge entfernen Sie mit einer Bürste und etwas Spülmittel. Wischen Sie auch die Öffnung im Gerät aus, in die die Schublade geschoben wird. Dort sammeln sich Waschmittelreste.
3. Flusensieb öffnen
Das Flusensieb sitzt bei den meisten Maschinen hinter einer Klappe unten an der Vorderseite. Legen Sie ein Handtuch darunter und stellen Sie eine flache Schale bereit, denn beim Öffnen läuft Restwasser aus. Entfernen Sie Fusseln, Haare und Fremdkörper. Spülen Sie das Sieb anschließend unter fließendem Wasser ab. Bei Maschinen mit einem solchen Sieb lohnt sich die Kontrolle alle paar Monate.
4. Restwasser entfernen
Wenn Wasser in der Maschine steht, etwa in der Bodenwanne oder im Bereich des Flusensiebs, beginnt es nach einigen Tagen zu riechen. Prüfen Sie, ob nach dem Waschgang Wasser in der Trommel oder im Siebfach zurückbleibt. Bei manchen Geräten müssen Sie das Restwasser über einen Ablaufschlauch oder das Sieb ablassen. Lesen Sie dazu die Bedienungsanleitung Ihres Geräts.
5. Waschtemperatur anpassen
Wenn die ersten vier Punkte sauber sind, liegt die Ursache oft in der Waschgewohnheit. Wer den Großteil der Wäsche bei 30 oder 40 Grad wäscht, tötet keine Keime ab. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass diese Temperaturen für saubere Kleidung meist ausreichen, aber die Maschine selbst braucht regelmäßig eine Heißwäsche. Lassen Sie die Maschine etwa einmal im Monat leer bei hoher Temperatur laufen, am besten mit einem Waschmaschinenreiniger oder etwas Essigessenz.
6. Trocknen nicht vergessen
Eine dauerhaft geschlossene Tür begünstigt Gerüche, weil die Feuchtigkeit nicht entweichen kann. Lassen Sie die Tür nach jedem Waschgang einen Spalt offen, bis die Trommel vollständig getrocknet ist. Ziehen Sie auch die Einspülkammer heraus, damit sie trocknen kann. Wenn Sie die Maschine in einem feuchten Raum aufstellen, hilft es, die Tür zusätzlich offen zu halten, bis keine Feuchtigkeit mehr sichtbar ist.
So bleibt die Waschmaschine dauerhaft frisch
Die Reinigung beseitigt den Geruch, aber sie verhindert ihn nicht. Drei Gewohnheiten halten die Maschine länger frisch. Dosieren Sie Waschmittel nach Herstellerangabe und nicht nach Gefühl. Verzichten Sie auf Weichspüler oder verwenden Sie ihn sparsam. Waschen Sie regelmäßig bei hoher Temperatur. Wenn Sie diese Punkte beachten, bleibt die Maschine auch ohne ständiges Putzen geruchsfrei.