Ein Notvorrat versorgt Ihren Haushalt mit Wasser, haltbaren Lebensmitteln und Alltagsdingen. Er hilft, wenn Sie nicht einkaufen können, etwa bei Hochwasser, schwerem Sturm, langem Stromausfall oder Krankheit. Für den Einstieg reichen drei Tage. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt zehn Tage pro Person. Der Drei-Tage-Vorrat ist die erste Stufe davon: Sie starten mit einem Regalbrett und erweitern die Menge bei jedem Einkauf.
Wann hilft ein Notvorrat?
Ein Vorrat überbrückt die Zeit, in der der Alltag nicht normal weiterläuft. Wenn Hochwasser die Straßen flutet, starker Schneefall den Verkehr lahmlegt oder ein schwerer Sturm Stromleitungen beschädigt, können Sie das Haus oft tagelang nicht verlassen. Auch eine akute Erkrankung zwingt Sie, zu Hause zu bleiben. Wer dann Vorrat im Schrank hat, muss niemanden bitten, für sich einzukaufen.
Nach einem großen Stromausfall fallen nicht nur Kühlschrank und Herd aus. Auch Geldautomaten, Kartenzahlung und Tankstellen funktionieren dann häufig nicht. Wer etwas Bargeld, Wasser und Lebensmittel im Haus hat, gerät in so einer Lage nicht unter Druck.
Auch wenn die Versorgung länger stockt, hilft ein Vorrat. Lieferketten brechen zum Beispiel nach einer Pandemie, einem Cyberangriff auf Logistikunternehmen oder einer Dürre zusammen. Dann leeren sich die Regale im Handel zuerst. Ein gefüllter Vorrat nimmt in dieser Lage den Druck aus dem Einkauf. Ein Vorrat funktioniert wie eine Versicherung: Im Normalfall liegt er im Regal und kostet nichts außer ein wenig Platz. Im Ernstfall bleibt Ihr Haushalt versorgt, bis sich die Lage normalisiert.
Was drei oder zehn Tage bringen
Der Drei-Tage-Vorrat deckt die kurzen Unterbrechungen ab, die in jeder Region von Zeit zu Zeit vorkommen: ein zweitägiger Stromausfall nach einem Orkan, eine Grippe, eine Vollsperrung der Zufahrtsstraße. Er kostet wenig, passt in ein Regalbrett und lässt sich mit einem Einkauf zusammenstellen: sechs Liter Wasser pro Person, ein paar Dosen, Nudeln, haltbare Milch.
Der Zehn-Tage-Vorrat ist die Größe, die das BBK für den Ernstfall empfiehlt. Er trägt Sie durch längere Unterbrechungen, etwa wenn die Stromversorgung in einer ganzen Region ausfällt oder Sie tagelang auf Hilfe warten müssen. Er braucht einen festen Stauraum und kostet beim Aufbau mehr. Verteilt über mehrere Wochen fällt der Betrag kaum auf.
Welche Größe zu Ihnen passt, hängt von drei Punkten ab: dem Platz in der Wohnung, der Zahl der Personen im Haushalt und den Risiken in Ihrer Region. Wer in einem Hochwassergebiet oder weit außerhalb der Stadt wohnt, ist mit zehn Tagen besser bedient. In einer kleinen Etagenwohnung starten Sie mit drei Tagen und erweitern den Vorrat, sobald sich Platz findet. Legen Sie zuerst die drei Tage an, weil sie schnell fertig sind und den häufigsten Fall abdecken. Die zehn Tage folgen, wenn der erste Schritt steht.
Wasser und Lebensmittel richtig lagern
Wasser ist der wichtigste Teil des Vorrats. Ein erwachsener Mensch hält einige Tage ohne Essen aus, aber nur wenige Tage ohne Flüssigkeit. Rechnen Sie pro Person und Tag mit zwei Litern Wasser allein fürs Trinken: drei Tage ergeben sechs Liter, zehn Tage zwanzig Liter. Dazu kommen Wasser fürs Kochen und für die Grundhygiene. Ein Kasten stilles Wasser lässt sich gut stapeln und bringt genug Flüssigkeit für mehrere Tage.
Bewahren Sie das Wasser kühl, trocken und dunkel auf, am besten in einem Vorratsschrank oder Kellerregal. Abgefülltes Leitungswasser hält sich in sauberen Flaschen mit Schraubverschluss mehrere Monate. Schreiben Sie das Abfülldatum auf die Flasche und tauschen Sie den Bestand einmal im Jahr aus.
Beim Essen gilt eine einfache Regel: Lagern Sie, was Sie auch sonst kaufen und mögen. Reis, Nudeln, Haferflocken, Dosen mit Gemüse, Suppen oder Fisch, Hülsenfrüchte, Nüsse, Müsli und haltbare Milch ergeben eine Grundlage, aus der sich jede Mahlzeit zusammenstellen lässt. Dazu kommen Öl, Salz und Zucker. Ein Vorrat für zehn Tage sollte mindestens eine warme Mahlzeit pro Tag ermöglichen.
Wenn der Strom ausfällt, brauchen Sie für warmes Essen einen Gaskocher, einen Spirituskocher oder einen Campingkocher. Betreiben Sie solche Geräte nur mit guter Belüftung, am besten vor einem offenen Fenster oder auf dem Balkon. Ein Holzkohlegrill hat in der Wohnung nichts verloren, weil er giftiges Kohlenmonoxid erzeugt.
Das Mindesthaltbarkeitsdatum gibt an, bis wann der Hersteller für die volle Qualität einsteht. Viele Produkte sind danach noch genießbar. Im Vorrat gilt trotzdem: Verbrauchen Sie zuerst, was am längsten liegt, und ersetzen Sie es beim nächsten Einkauf.
Medikamente, Hygiene und Notfallausstattung einplanen
Ein Vorrat deckt nur dann den Alltag ab, wenn er zu den Menschen passt, die im Haushalt leben. Wer regelmäßig Medikamente nimmt, fragt in der Arztpraxis oder Apotheke, wie sich das eigene Präparat lagern lässt und ob ein kleiner Vorrat sinnvoll ist. Eine Liste mit den Medikamenten und der Dosierung liegt am besten zusammen mit dem Vorrat.
Zur persönlichen Grundausstattung gehören Hygieneartikel: Toilettenpapier, Seife, Zahnpasta, Handdesinfektion und Müllbeutel. Haushalte mit Babys brauchen Windeln und Babynahrung, Tierhalter Futter für mehrere Tage, Menschen mit Allergien oder besonderen Ernährungsweisen ihre verträglichen Produkte, etwa laktosefreie Milch oder glutenfreie Nudeln.
Für einen längeren Stromausfall kommen einige Dinge dazu, die nicht im Küchenschrank liegen: eine Taschenlampe mit Ersatzbatterien, eine geladene Powerbank, ein batteriebetriebenes Radio und Bargeld in kleinen Scheinen. Bei einem Stromausfall funktionieren Geldautomaten und Kartenzahlung oft nicht. Wer eine Brille trägt, legt eine Ersatzbrille bereit.
Den Vorrat regelmäßig auffrischen
Ein Vorrat bleibt nur nützlich, wenn er gepflegt wird. Räumen Sie ihm einen festen Platz ein, etwa ein Regalbrett in der Küche oder ein Schrankfach im Keller. Kühl, trocken und dunkel gelagert bleiben die meisten Produkte lange haltbar.
Beim Nachkaufen gilt eine einfache Regel: Neue Produkte nach hinten, ältere nach vorn. So verbraucht der Haushalt zuerst, was am längsten im Regal liegt, und der Vorrat bleibt von selbst frisch. Zweimal im Jahr, zum Beispiel im Frühjahr und im Herbst, lohnt ein Blick auf die Mindesthaltbarkeitsdaten. Was bald abläuft, wandert in den normalen Küchenvorrat und wird ersetzt.
Sie müssen den Zehn-Tage-Vorrat nicht in einer Woche kaufen. Wer bei jedem Wocheneinkauf zwei oder drei haltbare Produkte mehr mitnimmt, hat nach ein paar Monaten eine solide Grundlage. Eine kleine Liste an der Schranktür mit den wichtigsten Positionen, etwa Wasser, Nudeln, Reis, Dosen, Haferflocken, Öl und Toilettenpapier, hält die Übersicht. Auch eine kleine Wohnung bietet Platz für zehn Tage: ein Kasten Wasser unter dem Bett, ein paar Dosen im Oberschrank, haltbare Milch im Vorratsschrank.