Zu viel Feuchtigkeit in Wohnräumen begünstigt Schimmelbildung. Ein Hygrometer misst die Luftfeuchtigkeit, ein Luftentfeuchter senkt sie. Dieser Artikel zeigt, wann sich die Geräte lohnen und wie Sie sie richtig einsetzen.
Wann Feuchtigkeit zum Problem wird
In Wohnräumen entsteht ständig Feuchtigkeit: beim Kochen, Duschen und Wäschetrocknen, aber auch durch die Atemluft der Bewohner. Die normale Luftfeuchtigkeit liegt unter 60 Prozent. Liegt sie dauerhaft darüber, finden Schimmelpilze ideale Bedingungen. Besonders betroffen sind schlecht belüftete Räume wie Badezimmer ohne Fenster, Kellerräume oder Schlafzimmer mit niedrigen Temperaturen.
Mit einem einfachen Hygrometer behalten Sie die Luftfeuchtigkeit im Blick. Das Gerät zeigt die relative Luftfeuchtigkeit an, also wie viel Wasserdampf die Luft im Verhältnis zu ihrer Aufnahmefähigkeit enthält. Je wärmer die Luft, desto mehr Feuchtigkeit nimmt sie auf. Deshalb ist die relative Luftfeuchtigkeit im Winter bei kalter, trockener Außenluft und warmen Räumen oft niedriger als im Sommer.
Mit dem Hygrometer die Luftfeuchtigkeit messen
Kaufen Sie zuerst ein Hygrometer, bevor Sie über einen Luftentfeuchter nachdenken. Die kleinen, günstigen Geräte gibt es für die Wand oder den Tisch, oft kombiniert mit einem Thermometer. Sie zeigen zuverlässig, wie hoch die Luftfeuchtigkeit im Raum ist.
Schon 2016 hat der Bundesverband Schimmelpilzsanierung (BSS) im Langzeittest geprüft, ob marktübliche Hygrometer aus dem Baumarkt für den privaten Gebrauch taugen. Ergebnis: Einfache Messungen mit einem Hygrometer helfen, Heizen und Lüften schnell und effektiv zu kontrollieren. Zeitschriften, Fernsehsendungen und Verbraucherberatungsstellen empfehlen seit Jahren, solche Messgeräte aufzuhängen.
Achten Sie beim Aufstellen auf den richtigen Platz. Hinter dem Kleiderschrank in der Zimmerecke liefert ein Hygrometer wenig aussagekräftige Werte, weil dort die Luft kaum zirkuliert. Hängen Sie das Gerät stattdessen in passender Höhe an eine freie Wand, wo es weder direktem Sonnenlicht noch Zugluft ausgesetzt ist. Messen Sie regelmäßig zu unterschiedlichen Tageszeiten, denn die Luftfeuchtigkeit schwankt im Tagesverlauf.
Wann sich ein Luftentfeuchter lohnt
Ein Luftentfeuchter ist sinnvoll, wenn Sie die Luftfeuchtigkeit trotz regelmäßigen Lüftens nicht dauerhaft unter 60 Prozent bekommen. Das betrifft vor allem Räume, die sich schlecht lüften lassen, etwa Kellerräume ohne Fenster oder Badezimmer im Innenbereich. Auch nach einem Wasserschaden oder in schlecht gedämmten Altbauten kann ein Luftentfeuchter helfen, die Bausubstanz zu schützen.
Die britische Verbraucherorganisation Which testet regelmäßig Luftentfeuchter und bewertet sie insgesamt positiv: Alle getesteten Modelle entziehen der Luft zuverlässig Wasser. Größere Unterschiede gibt es vor allem bei Lautstärke und Energieverbrauch. Im Januar 2025 hat Which 28 Luftentfeuchter getestet. Die Stiftung Warentest hat die Ergebnisse ihrer britischen Partnerorganisation zusammengefasst. Die von Which empfohlenen Geräte erreichten mindestens 80 Prozent der Höchstpunktzahl und waren Ende Januar 2026 in Deutschland online erhältlich.
So setzen Sie den Luftentfeuchter richtig ein
Stellen Sie die meisten Luftentfeuchter mit etwas Abstand zu Möbeln und Wänden auf. Dann kann die Luft ungehindert zirkulieren und das Gerät seine volle Leistung entfalten. Ein Abstand von einigen Zentimetern zu allen Seiten hat sich bewährt.
Stellen Sie das Gerät dort auf, wo die meiste Feuchtigkeit anfällt, etwa im Bad in der Nähe der Dusche oder im Keller an der feuchtesten Wand. Schließen Sie während des Betriebs Fenster und Türen, damit keine feuchte Luft aus angrenzenden Räumen nachströmt.
Achten Sie beim Kauf auf den Energieverbrauch, denn ein Gerät, das dauerhaft läuft, erhöht die Stromrechnung. Prüfen Sie außerdem die Entfeuchtungsleistung in Litern pro Tag und wählen Sie die Gerätegröße passend zum Raumvolumen. Für einen normalen Kellerraum reicht ein kleineres Gerät, während ein offener Wohnbereich mit hohen Decken mehr Leistung benötigt.
Messen, lüften, entfeuchten
Das regelmäßige Lüften bleibt unverzichtbar; ein Luftentfeuchter ergänzt es. Kombinieren Sie beides, indem Sie die Luftfeuchtigkeit messen, stoßweise lüften und den Entfeuchter gezielt in Problemzonen einsetzen.
Wer die Raumtemperatur deutlich senkt, muss sein Verhalten anpassen. Bei niedrigeren Temperaturen nimmt die Luft weniger Feuchtigkeit auf, die relative Luftfeuchtigkeit steigt. Der BSS nennt in einem Merkblatt Faustregeln, wie Sie die freigesetzte Feuchtemenge reduzieren und situationsabhängig lüften. Dazu gehört, die Wäsche nicht in der Wohnung zu trocknen. Beim Kochen und Duschen schließen Sie die Tür, und nach dem Duschen ziehen Sie das Wasser von den Fliesen.
Ein einfacher Tagesablauf kann so aussehen: Öffnen Sie morgens nach dem Aufstehen das Schlafzimmerfenster für fünf Minuten weit, während die Heizung aus ist. Lüften Sie nach dem Duschen den Raum gut und schalten Sie bei Bedarf den Luftentfeuchter für eine Stunde ein. Kontrollieren Sie abends vor dem Schlafengehen die Luftfeuchtigkeit und lüften Sie bei Werten über 60 Prozent erneut. Ein Blick auf das Hygrometer zeigt Ihnen, ob Ihre Maßnahmen greifen.