Beim Lüften geht es meist um Luftfeuchte, Schimmel und Heizkosten. Die Fensterrahmen selbst bleiben dabei unbeachtet, obwohl die Wahl zwischen Dauerkipp und Stoßlüften sichtbare Spuren an ihnen hinterlässt. Dauerkipp heißt: Das Fenster steht in der Kippstellung. Oben klafft ein schmaler Spalt, durch den dauerhaft Luft strömt. Wer das Fenster dauerhaft gekippt lässt, spart sich das Öffnen. Dafür setzt er Rahmen, Dichtungen und Beschläge stundenlang feuchter, staubiger Luft aus.
Beim Stoßlüften öffnen Sie das Fenster für wenige Minuten ganz, am besten zwei gegenüberliegende Fenster gleichzeitig, und schließen es wieder. Beide Methoden verbessern die Raumluft, aber sie behandeln die Rahmen sehr unterschiedlich: Für die Rahmen ist die kurze, kräftige Durchlüftung die bessere Wahl.
Warum Dauerkipp die Fensterrahmen belastet
Im Dauerkipp fließt die Luft den ganzen Tag durch den schmalen Spalt. Der Rahmen kühlt dabei aus, weil er dauerhaft der Außenluft ausgesetzt ist. An einer kalten Oberfläche kondensiert die Feuchtigkeit aus der Raumluft. Im Winter bilden sich an der Innenseite des Rahmens Wassertropfen, besonders an der Unterkante und an den Beschlägen, also den Metallgelenken und dem Scherenarm. Die Gummidichtungen saugen sich voll, verlieren ihre Elastizität und werden mit der Zeit porös. Auf Kunststoffrahmen entstehen graue Schlieren und Wasserflecken. Holzrahmen nehmen das Wasser auf, und die Farbe blättert ab.
Dazu kommt der Staub. Die Luft, die ständig durch den Kippspalt strömt, trägt Feinstaub, Pollen und Rußpartikel in den Raum. Ein Teil davon setzt sich auf dem Rahmen und in den Führungsschienen ab. Nach einigen Monaten bildet sich ein grauer, klebriger Film, der auf hellen Kunststoffrahmen wie eine Vergilbung wirkt. Auch die Beschläge leiden: Im Kippzustand hängt der Fensterflügel dauerhaft an den Gelenken und am Scherenarm. Die Teile stehen unter Spannung. Schmutz setzt sich in den beweglichen Elementen fest, und nach Jahren schließt das Fenster nicht mehr sauber.
Dazu kommt der Energieverlust. Die Wand neben dem gekippten Fenster kühlt aus. An kalten Wandflächen zeigt sich Schimmel zuerst. Auf dem Rahmen sehen Sie die Folgen als schwarze Punkte an den Dichtungen und feuchte Stellen am Rahmenfuß.
Warum Stoßlüften die Rahmen schont
Beim Stoßlüften bleibt der Rahmen die meiste Zeit geschlossen und auf Raumtemperatur. Während der kurzen Lüftungsphase strömt zwar kalte Luft herein, aber die Oberflächen kühlen nur kurz ab und wärmen sich nach dem Schließen schnell wieder auf. Es fällt deutlich weniger Kondenswasser an, und die Gummidichtungen bleiben trocken und elastisch.
Auch die Staubbelastung sinkt. Die Luft strömt nur für wenige Minuten durch das offene Fenster, nicht stundenlang durch einen Spalt. Rahmen und Schienen bleiben sauberer, und Sie müssen seltener mit Reinigern arbeiten, die die Oberfläche angreifen. Wenn Sie gegenüberliegende Fenster und Türen gleichzeitig öffnen, entsteht ein Durchzug, der die Luft in wenigen Minuten komplett austauscht. Die Heizung sollte währenddessen aus sein, damit die Wärme nicht ungenutzt nach draußen strömt.
Die Beschläge bleiben beim geschlossenen Fenster unbelastet. Die Dichtungen liegen sauber an, die beweglichen Teile bleiben trocken und laufen leichter. Genau das fehlt einem Fenster, das dauerhaft in Kippstellung hängt.
Vergilbte Kunststoffrahmen reinigen
Vergilbte Rahmen sind bei Kunststofffenstern der häufigste optische Schaden. Die Ursache liegt in der UV-Strahlung, die den Kunststoff über Jahre abbaut und die Weißmacher im Material zersetzt. Dazu kommt ein grauer Film aus Staub, Fett und Abgasen, der den Rahmen dunkler erscheinen lässt. Der Schmutzfilm ist abwaschbar. Die echte UV-Vergilbung sitzt tief im Material und lässt sich mit Hausmitteln nur selten vollständig entfernen.
Beginnen Sie immer mit der milden Reinigung. Spüli und warmes Wasser auf einem weichen Schwamm oder Mikrofasertuch nehmen den Fett- und Staubfilm ab. Wischen Sie den Rahmen anschließend mit klarem Wasser nach und trocknen Sie ihn mit einem Tuch. Bei vielen Rahmen, die nur verschmutzt aussehen, verschwindet damit der größte Teil der Gelbfärbung. Für hartnäckige Stellen hilft eine Paste aus Natron und wenig Wasser, die Sie mit einem weichen Tuch in kreisenden Bewegungen auftragen und danach gründlich abspülen. Zahnpasta ohne Schleifpartikel funktioniert bei kleinen Flächen ähnlich, eignet sich aber nicht für den ganzen Rahmen.
Spezialreiniger für Kunststofffenster aus dem Baumarkt lösen den Schmutzfilm ebenfalls, manche enthalten zusätzlich einen UV-Schutz, der das erneute Vergilben verlangsamen soll. Halten Sie sich an die Anwendungshinweise auf der Flasche und testen Sie das Mittel zuerst an einer unauffälligen Stelle. Verzichten Sie auf Scheuerschwämme, chlorhaltige Reiniger und Lösungsmittel wie Aceton. Sie greifen die Oberfläche an, machen sie stumpf oder hinterlassen Streifen. Auch der im Internet oft empfohlene Wasserstoffperoxid-Auftrag ist riskant: Das Mittel kann den Kunststoff anlösen und unregelmäßig aufhellen. Wenn Sie es versuchen möchten, tragen Sie es nur kurz auf einer kleinen Fläche auf und kontrollieren Sie das Ergebnis nach ein paar Minuten.
Ist die Vergilbung erst nach vielen Jahren in den Kunststoff eingezogen, holt die Reinigung den ursprünglichen Weißton nicht zurück. Dann hilft nur der Austausch des Rahmens oder die Erneuerung der Oberfläche durch einen Fachbetrieb. Wer den Schmutzfilm regelmäßig mit milden Mitteln entfernt, verhindert, dass sich die Ablagerungen festsetzen. In Kombination mit Stoßlüften bleiben die Rahmen länger hell.
Stoßlüften schont Holz- und Alurahmen
Holzrahmen reagieren am empfindlichsten auf Dauerkipp. Die ständige Feuchtigkeit dringt in das Holz ein, die Lackschicht bekommt Risse, das Holz quillt und kann im schlimmsten Fall faulen. Bei Holzfenstern ist Stoßlüften die einzig sinnvolle Methode. Aluminiumrahmen vertragen Feuchtigkeit besser. Aber auch hier setzen sich im Dauerkipp Staub und Schmutz in den Schienen ab. Die Dichtungen altern unter der Dauerfeuchte schneller. Die kurze Stoßlüftung ist für alle Rahmenmaterialien die schonendere Variante.