Beim Ausmisten gewinnen Sie Wohnraum zurück und schaffen eine Ordnung, in der Sie sich wohlfühlen. Viele scheitern nicht am Aufräumen selbst, sondern an Fehlern, die den Prozess verlängern oder das Ergebnis wieder zunichtemachen.

Der häufigste Fehler: Ausgemistete Dinge bleiben im Haus, obwohl sie längst aussortiert sind. Wer diese Stolperfallen kennt, spart Zeit und vermeidet, dass der Berg an Kram nach wenigen Wochen wieder wächst.

Aussortiertes sofort entfernen

Wenn Sie entschieden haben, dass ein Gegenstand wegkommt, muss er auch wirklich weg. Der Klassiker: Sie füllen eine Tasche mit Kleidung für die Spende oder eine Kiste mit Elektrokleingeräten für den Wertstoffhof, stellen sie in den Flur oder Keller und lassen sie dort stehen. Nach ein paar Wochen wandert die Tasche zurück in den Schrank, weil Sie sie nicht mehr sehen wollen oder Platz für etwas anderes brauchen.

Bringen Sie alles, was entsorgt, gespendet oder verkauft werden soll, sofort dorthin, wo es hingehört. Die Spendentasche kommt noch am selben Tag in den Kofferraum oder zur Sammelstelle, der Elektroschrott fährt beim nächsten Einkauf mit zum Recyclinghof. Wer aussortierte Dinge zwischenlagert, gibt ihnen die Chance, zurückzukehren. Das gilt auch für Dinge, die Sie verkaufen möchten. Stellen Sie sie nicht in die Ecke, sondern fotografieren Sie sie direkt und stellen Sie sie online ein oder bringen Sie sie zum Second-Hand-Laden.

In kleinen Einheiten ausmisten

Ein häufiger Fehler ist, das ganze Haus an einem Wochenende ausmisten zu wollen. Dann sind Sie nach zwei Stunden erschöpft, haben die Hälfte der Räume angefangen, aber nichts zu Ende gebracht. Am Ende sieht alles chaotischer aus als vorher. Die Motivation hält selten länger als ein paar Stunden durch, wenn Sie vor einem überfüllten Keller stehen.

Arbeiten Sie in kleinen Einheiten. Nehmen Sie sich einen Schrank, ein Regalfach oder eine Schublade vor und beenden Sie diese Einheit vollständig, bevor Sie die nächste beginnen. Eine einzelne Schublade dauert oft nur 15 Minuten, und das Erfolgserlebnis bleibt erhalten. Planen Sie pro Sitzung ein bis zwei Stunden ein und legen Sie vorher fest, was Sie konkret bearbeiten wollen.

Die falsche Reihenfolge beim Sortieren

Viele Menschen beginnen mit den schwersten Entscheidungen, etwa mit Erinnerungsstücken oder Geschenken von Verwandten. Das kostet unnötig Energie, und nach kurzer Zeit haben Sie keine Lust mehr, die einfachen Dinge anzugehen. Starten Sie stattdessen mit Kategorien, die leicht zu entscheiden sind: abgelaufene Lebensmittel, leere Verpackungen, kaputte Gegenstände, Kleidung, die offensichtlich nicht mehr passt.

Erst wenn Sie die einfachen Entscheidungen hinter sich haben, widmen Sie sich den schwierigen Fällen. So üben Sie das Entscheiden und haben bereits sichtbare Ergebnisse, bevor es an die emotionalen Stücke geht. Bei Erinnerungsstücken gilt: Sie müssen nicht alles aufbewahren. Wählen Sie bewusst ein oder zwei repräsentative Stücke aus und geben Sie den Rest weg. Ein Foto von einem Gegenstand kann die Erinnerung ebenso bewahren wie der Gegenstand selbst.

Erst ausmisten, dann Aufbewahrung kaufen

Viele glauben, sie müssten zuerst Behälter, Körbe und Boxen kaufen, um Ordnung zu schaffen. Wer zuerst Aufbewahrung kauft, schafft Platz für Dinge, die vielleicht gar nicht bleiben sollen. Die neuen Boxen füllen sich mit dem, was gerade herumliegt, und die Überfüllung bleibt, nur diesmal in hübschen Behältern.

Misten Sie zuerst aus und entscheiden Sie danach, ob Sie überhaupt Aufbewahrung brauchen. Oft ist nach dem Aussortieren genug Platz vorhanden, sodass Sie keine neuen Behälter brauchen. Wenn Sie doch Boxen benötigen, messen Sie den vorhandenen Platz aus und kaufen Sie erst dann passende Modelle. Andernfalls stehen am Ende zu große Körbe im Regal, die selbst wieder Platz wegnehmen.

Dinge doppelt besitzen

Beim Ausmisten fällt oft auf, dass Sie mehrere Exemplare desselben Gegenstands besitzen: drei Dosenöffner, fünf schwarze T-Shirts, zwei fast identische Pfannen. Der Fehler ist, alle Exemplare zu behalten, weil jedes einzelne noch funktioniert. Die Folge: Sie opfern weiterhin Platz für Dinge, die Sie nie gleichzeitig nutzen.

Entscheiden Sie sich für das beste Exemplar und sortieren Sie die übrigen aus. Bei Kleidung gilt: Wenn Sie ein Kleidungsstück im letzten Jahr nicht getragen haben, werden Sie es auch im nächsten nicht tragen. Eine Ausnahme sind saisonale Dinge wie Winterjacken oder Weihnachtsdekoration, die Sie nachweislich jedes Jahr nutzen. Bei Werkzeug und Küchengeräten reicht in der Regel ein funktionierendes Stück pro Aufgabe.

Kein System für den Neuzugang

Wer ausmistet, ohne ein System für neue Dinge zu haben, schafft nur kurzfristig Ordnung. Wenn nach dem Aussortieren weiterhin unkontrolliert neue Gegenstände ins Haus kommen, füllen sich die Schränke innerhalb weniger Monate wieder. Der Fehler ist, das Ausmisten als einmalige Aktion zu betrachten. Es ist Teil eines laufenden Umgangs mit Ihrem Besitz.

Legen Sie einfache Regeln fest: Eine neue Hose bedeutet, dass eine alte Hose aussortiert wird. Ein neues Buch kommt nur ins Regal, wenn ein gelesenes Buch weitergegeben wird. Geschenke und Mitbringsel müssen Sie nicht behalten, nur weil Sie sie bekommen haben. Diese Regeln müssen nicht kompliziert sein, sie müssen nur konsequent angewendet werden.

Das Fazit

Ausmisten gelingt, wenn Sie aussortierte Dinge sofort entfernen, in kleinen Einheiten arbeiten und mit den einfachen Entscheidungen beginnen. Kaufen Sie Aufbewahrung erst, nachdem Sie ausgemistet haben, und legen Sie Regeln fest, die verhindern, dass sich neuer Kram ansammelt. Wer diese Fehler vermeidet, schafft eine Ordnung, die dauerhaft Bestand hat.