Badfugen verschmutzen schnell. Sie sind dauernd Feuchtigkeit, Wärme, Kalk aus dem Wasser und Rückständen von Seife und Shampoo ausgesetzt. Dunkle Verfärbungen können verschiedene Ursachen haben: hartnäckiger Schmutz, Kalkablagerungen oder echter Schimmel. Bevor Sie putzen, sollten Sie wissen, welche Fugenart Sie vor sich haben und was die Verfärbung verursacht. Die falsche Reinigungsmethode kann die Fuge dauerhaft beschädigen.

In einem Bad gibt es zwei grundlegende Fugenarten. Die Zwischenräume zwischen den Fliesen bestehen meist aus Fugenmörtel. Das ist ein zementhaltiges, kalkiges Material. Die elastischen Abdichtungen an Badewanne, Dusche und Waschbecken sind dagegen Silikon. Beide brauchen unterschiedliche Reinigung. Was der einen Fuge hilft, kann der anderen schaden.

Zementfugen und Silikonfugen unterscheiden

Zementäre Fugen sind hart und offenporig. Sie saugen Feuchtigkeit und Schmutz auf. Silikonfugen sind elastisch, glatt und wasserabweisend. Sie sitzen an den Übergängen zwischen Fliesen und Wanne oder Waschbecken. Sie lassen sich mit dem Finger leicht eindrücken. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil die Reinigungsmittel unterschiedlich wirken. Essig und Zitronensäure lösen Kalk gut. Sie greifen aber zementhaltige Fugen an und können sie mit der Zeit auflösen oder auslaugen. Auf Fugenmörtel sollten Sie Säure deshalb vermeiden. Für Silikon ist Säure unproblematisch, solange Sie das Mittel nicht zu lange einwirken lassen.

Auch bei der Reinigungstechnik gibt es Unterschiede. Zementäre Fugen sind porös. Schmutz dringt in die Oberfläche ein, und einfaches Wischen reicht oft nicht. Dafür braucht es mechanische Arbeit mit einer Bürste oder einem Scheuerschwamm. Silikonfugen sind glatt. Schmutz bleibt eher auf der Oberfläche haften. Allerdings ist Silikon empfindlich gegenüber scheuernden Mitteln. Diese rauen die glatte Oberfläche auf und bieten dem Schimmel neue Angriffsfläche. Viele handelsübliche Badreiniger enthalten Säure oder sind für beide Oberflächen ausgelegt. Prüfen Sie die Angaben auf der Flasche, bevor Sie ein Mittel auf einer zementären Fuge einsetzen.

Wenn Sie unsicher sind, welche Fugenart Sie vor sich haben, prüfen Sie die Stelle mit dem Finger. Lässt sich das Material leicht eindrücken und federt zurück, ist es Silikon. Fühlt es sich hart und fest an, handelt es sich um Fugenmörtel. Auch die Lage hilft: Zwischen den Fliesen liegt fast immer Mörtel. An den Rändern von Wanne und Waschbecken liegt fast immer Silikon.

Verfärbungen an Badfugen richtig deuten

Dunkle Verfärbungen sind nicht automatisch Schimmel. Schmutz zeigt sich als grauer oder brauner Belag. Er lässt sich mit einer Bürste und etwas Spülmittel abtragen. Er entsteht, weil Seifenreste, Hautfett und Staub sich mit dem Kalk im Wasser verbinden. Kalk bildet weiße oder graue, harte Ablagerungen, die sich rau anfühlen. Er entsteht, wenn kalkhaltiges Wasser auf der Fuge verdunstet und die Mineralien zurücklässt. Schimmel erscheint als schwarze, grünliche oder dunkelbraune Flecken, oft mit feinen Punkten oder Schlieren. Er tritt besonders in Silikonfugen auf, weil das Material Feuchtigkeit speichert und nur schwer vollständig trocknet.

Ein einfacher Test hilft bei der Einordnung. Reiben Sie die Verfärbung mit einem feuchten Tuch oder einer weichen Bürste ab. Lässt sie sich leicht entfernen, war es Schmutz. Bleibt sie bestehen, prüfen Sie die Oberfläche. Fühlt sie sich hart und rau an, ist es vermutlich Kalk. Sieht sie fleckig und dunkel aus und lässt sich nicht wegreiben, ist es vermutlich Schimmel. Ein weiteres Indiz ist der Geruch. Schimmel riecht oft muffig, besonders wenn die Fuge längere Zeit feucht war.

Die Unterscheidung ist wichtig, weil Sie danach die Reinigungsmethode wählen. Kalk braucht Säure. Schmutz braucht mechanische Arbeit. Schimmel braucht entweder ein geeignetes Mittel oder die Erneuerung der Fuge, wenn er tief sitzt. Wer auf Schimmel nur mit Essig oder Zitronensäure reagiert, erreicht oft wenig. Diese Mittel hellen die Flecken auf, zerstören aber nicht die tiefer liegenden Pilzstrukturen im Material. Besonders schwierig wird es, wenn Kalk und Schimmel gemeinsam auftreten. Auf einer verkalkten Silikonfuge kann sich Schimmel festsetzen, weil der raue Belag Feuchtigkeit hält. Entfernen Sie in so einem Fall zuerst den Kalk. Danach behandeln Sie den Schimmel.

Fugen reinigen oder erneuern

Bei zementären Fugen hilft eine Paste aus Backpulver oder Natron und etwas Wasser. Tragen Sie die Paste auf die betroffenen Stellen auf. Lassen Sie sie einige Minuten einwirken und schrubben Sie dann mit einer Bürste. Danach spülen Sie die Fläche mit klarem Wasser ab und trocknen sie. Diese Methode entfernt Schmutz und hellt verfärbte Fugen auf, ohne das Material anzugreifen. Bei hartnäckigen Verschmutzungen wiederholen Sie den Vorgang. Vermeiden Sie auf zementären Fugen säurehaltige Reiniger. Auch wenn sie gegen Kalk wirken, schädigen sie den Mörtel.

Reinigen Sie Silikonfugen mit einem milden Reiniger und einer weichen Bürste oder einem Schwamm. Scheuermittel und harte Schwämme lassen Sie besser weg. Sie rauen die Oberfläche auf. Bei Schimmel in Silikonfugen gilt eine wichtige Grenze: Hausmittel und handelsübliche Reiniger wirken oft nur oberflächlich. Der Schimmel sitzt im Material selbst. Er kommt wieder, sobald die Fuge feucht wird. Wenn die dunklen Flecken nach der Reinigung zurückkehren, ist die Fuge nicht mehr zu retten.

Dann bleibt nur das Erneuern der Fuge. Dazu entfernen Sie die alte Silikonfuge vollständig. Danach reinigen und trocknen Sie die Fläche gründlich und tragen neues Sanitärsilikon auf. Das neue Silikon haftet nur auf einer sauberen, trockenen Fläche. Auch wenn das Silikon rissig, hart oder stark verfärbt ist, sollten Sie es erneuern. Solche Stellen dichten nicht mehr zuverlässig ab und lassen Feuchtigkeit hinter die Fliesen gelangen. Wenn Sie die Fuge nicht selbst erneuern möchten, beauftragen Sie einen Fachbetrieb. Das ist besonders dann sinnvoll, wenn Sie den Verdacht haben, dass Feuchtigkeit bereits hinter die Fliesen gelangt ist.

Fugenreinigung: Die wichtigsten Regeln

Dunkle Fugen sind nicht immer Schimmel. Nicht jede Fuge verträgt dieselbe Reinigung. Zementäre Fugen putzen Sie mit Natron oder Backpulver. Silikonfugen reinigen Sie mit milden Mitteln. Essig und Zitronensäure gehören nicht auf zementäre Fugen. Wenn Schimmel in Silikonfugen trotz Reinigung wiederkommt, ist Erneuern die einzige dauerhafte Lösung.