Starke Reiniger versprechen schnelle Ergebnisse, ruinieren aber bei falschem Einsatz Oberflächen dauerhaft. Stiftung Warentest hat in mehreren Tests belegt: Teure Markenprodukte reinigen nicht automatisch besser, und der Name „Allzweck“ ist oft irreführend. Die häufigsten Putzfehler sind zu viel Reiniger, ungeeignete Tücher und die falsche Reihenfolge der Arbeitsschritte. Wer diese Fehler vermeidet, schont Material und Geldbeutel.
Zu viel Reiniger schadet mehr als er hilft
Viele denken, mehr Reiniger reinigt auch besser. Das stimmt nicht. Überschüssige Reinigungsmittelreste bleiben auf der Oberfläche zurück, ziehen neuen Schmutz an und hinterlassen bei empfindlichen Materialien wie lackiertem Holz oder Naturstein Flecken und Schlieren. Stiftung Warentest hat Allzweckreiniger unverdünnt auf einem Tuch und verdünnt auf einem Schwamm getestet. Entscheidend ist die richtige Dosierung.
Halten Sie sich an die Dosierangaben auf der Flasche. Wenn keine Angabe vorhanden ist, reicht für die meisten Oberflächen ein Spritzer auf einen feuchten Lappen. Bei stark verschmutzten Flächen hilft es mehr, den Reiniger kurz einwirken zu lassen, statt die Menge zu erhöhen. Nach dem Wischen sollte die Fläche mit klarem Wasser nachgewischt werden, um Rückstände zu entfernen.
Allzweckreiniger sind nicht für alles geeignet
Der Name verspricht mehr, als das Produkt hält. Stiftung Warentest stellt klar: Allzweckreiniger sind trotz Bezeichnungen wie "Allzweck" oder "Universal" nicht für jeden Untergrund geeignet. Ein Reiniger, der Fett auf der Arbeitsplatte löst, kann auf versiegeltem Holz oder Marmor Schäden verursachen. Säurehaltige Reiniger greifen Kalkstein und Marmor an. Alkalische Produkte trüben empfindliche Lacke.
Testen Sie einen Reiniger an einer unauffälligen Stelle, bevor Sie ihn auf einer neuen Oberfläche einsetzen. Das gilt besonders für Naturstein, versiegeltes Holz und beschichtete Metalle. Bei Unsicherheit nehmen Sie ein mildes Spülmittel mit Wasser, das die meisten Oberflächen vertragen. Spezialreiniger für Küche oder Bad sollten Sie nur dort einsetzen, wo sie ausdrücklich empfohlen werden.
Die falschen Tücher verursachen Kratzer
Neben dem Reiniger entscheidet das Tuch mit. Scheuerschwämme und grobe Tücher hinterlassen auf empfindlichen Oberflächen Mikrokratzer, die mit der Zeit sichtbar werden. Das gilt für Edelstahl, Glas, lackierte Möbel und Ceranfelder. Stiftung Warentest weist darauf hin, dass ungeeignete Reinigungstücher zu den häufigsten Putzfehlern gehören, die Oberflächen beschädigen.
Verwenden Sie für empfindliche Oberflächen weiche Mikrofasertücher oder Baumwolltücher ohne raue Nähte. Für hartnäckige Verschmutzungen in der Küche gibt es Schwämme mit weicher Seite, die nicht kratzen. Wischen Sie Edelstahl in Richtung der Maserung, um Schlieren zu vermeiden. Ein Tuch, das bereits für den Boden genutzt wurde, gehört nicht auf den Esstisch oder die Arbeitsplatte, weil es Schmutzpartikel mit sich trägt.
Erst trocken abwischen, dann nass wischen
Viele putzen von unten nach oben oder wischen zuerst die Flächen und dann den Boden. So verschmutzen Sie bereits gereinigte Bereiche erneut. Die richtige Reihenfolge beginnt mit dem Entfernen von grobem Schmutz und Staub, bevor Sie nass wischen. Wer zuerst nass wischt, verteilt den Staub und schmiert ihn auf der Oberfläche.
Zuerst trocken abwischen oder abstauben, dann den Reiniger auftragen und wischen. In der Küche entfernen Sie zuerst Speisereste und Fettspritzer, bevor Sie die Fläche mit Reiniger behandeln. Im Bad gilt dasselbe für Haare und Seifenreste. Diese Reihenfolge spart Zeit und verhindert, dass Schmutzpartikel die Oberfläche beim Wischen zerkratzen.
Markenprodukte sind nicht automatisch besser
Die Testergebnisse von Stiftung Warentest zeigen: Der Preis sagt nichts über die Reinigungsleistung. Im Test von Allzweckreinigern aus den Jahren 2020 und 2021 setzte sich ein günstiges Produkt an die Spitze, während das Markenprodukt von Sagrotan enttäuschte. Auch bei den Küchenreinigern aus dem Jahr 2016 schnitten günstige Allzweckreiniger besser ab als manche speziellen Fettlöser. Die schwächsten Spezialreiniger schnitten schlechter ab als herkömmliche Allzweckreiniger und Scheuermilch.
Achten Sie auf die Inhaltsstoffe und die Eignung für Ihre Oberflächen, statt viel Geld für Markenprodukte auszugeben. Ein einfacher Allzweckreiniger mit klarer Deklaration reicht für die meisten Aufgaben im Haushalt. Spezialprodukte lohnen sich nur dort, wo sie einen echten Vorteil bieten, etwa bei eingebranntem Fett im Backofen.