IKW steht für Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel e.V., den Branchenverband der Hersteller von Wasch- und Reinigungsmitteln. Für die Studie „So putzt Deutschland“ hat der Verband erheben lassen, wie in deutschen Haushalten geputzt wird. Im Mittelpunkt stehen zwei Fragen: Wie entstehen Putzgewohnheiten, und welche Rolle spielt Nachhaltigkeit beim Kauf und Einsatz von Reinigungsmitteln?
Die Ergebnisse zeigen: Putzverhalten ist überwiegend gelernt. Sie bieten Anhaltspunkte, die eigene Routine bewusst zu überprüfen. Teure Spezialprodukte sind dafür nicht nötig.
Was die IKW-Studie untersucht
Die Studie befasst sich mit Haushaltspflege, also mit dem Reinigen von Küche, Bad und Wohnräumen. Körperpflege ist nicht Teil der Erhebung. Die Befragten gaben an, welche Räume sie wie oft putzen, welche Produkte sie verwenden und worauf sie beim Einkauf achten.
Ein eigener Teil der Auswertung ordnet die Befragten verschiedenen Putztypen zu. Der Nachhaltigkeitsbericht des Verbands ergänzt die Studienergebnisse. Er zeigt, womit sich die Hersteller bei Verpackung, Inhaltsstoffen und Produktion beschäftigen. Für Verbraucher ist vor allem der Teil der Studie interessant, der das eigene Putzverhalten beschreibt.
Die Putztypen der Studie
Die Studie teilt die Menschen danach ein, ob sie nach festem Plan putzen oder nur bei sichtbarem Schmutz aktiv werden. Sie berücksichtigt auch, wie gründlich sie vorgehen und welche Produkte sie kaufen. Das Spektrum reicht von Menschen, die regelmäßig und systematisch putzen, bis zu Gelegenheitsputzern, die vor dem Besuch schnell alles wischen.
Diese Einteilung ist praktisch hilfreich, weil sie zeigt, dass es nicht den einen richtigen Putzstil gibt. Entscheidend ist, dass die Routine zum eigenen Haushalt passt. Überlegen Sie, ob Sie einen festen Putztag einplanen oder lieber kurz und regelmäßig zwischendurch reinigen. Prüfen Sie, ob Sie für jede Oberfläche ein eigenes Mittel kaufen oder mit einem Allzweckreiniger und Wasser auskommen. Und beobachten Sie, ob Sie die Dosierangabe auf der Flasche beachten oder großzügig ins Putzwasser geben.
Warum Putzgewohnheiten erlernt sind
Der Begriff Sozialisierung beschreibt einen zentralen Befund der Studie: Putzgewohnheiten sind erlernt, nicht angeboren. Wer als Kind gesehen hat, wie zu Hause jeden Samstag der Boden gewischt und das Bad geputzt wurde, übernimmt diese Abläufe später oft unbewusst. Wer in einem Haushalt aufgewachsen ist, in dem nur bei sichtbarem Schmutz geputzt wurde, neigt im eigenen Haushalt häufig zu derselben Zurückhaltung.
Daraus folgt etwas Ermutigendes: Diese Routinen lassen sich ändern. Sie müssen sich dafür nur bewusst von den gelernten Abläufen lösen. Ein fester Wochenplan für Küche, Bad und Wohnräume hilft ebenso wie eine kurze Checkliste, an der Sie sich die ersten Wochen orientieren. Nach einigen Monaten läuft die neue Routine von selbst.
Sauber und nachhaltig putzen
Nachhaltigkeit ist das zweite große Thema der Studie. Dabei geht es um die Frage, welche Rolle Umweltverträglichkeit beim Kauf und Einsatz von Reinigungsmitteln spielt. Für den Haushalt zählen dabei vor allem diese Stellschrauben:
- Dosieren statt großzügig gießen. Die Angaben auf der Verpackung geben die richtige Menge an, denn mehr Mittel löst nicht mehr Schmutz, sondern hinterlässt Rückstände und belastet das Abwasser.
- Mit weniger Produkten auskommen. Ein Allzweckreiniger deckt die meisten Flächen ab. Spezialmittel für Glas, Bad oder Entkalkung brauchen Sie nur dort, wo sie wirklich helfen.
- Mikrofasertücher nutzen. Viele glatte Flächen werden mit einem feuchten Tuch und Wasser sauber. Verwenden Sie getrennte Tücher für Küche und Bad und waschen Sie sie bei hoher Temperatur.
- Desinfizieren mit Bedacht. Im normalen Haushalt entfernt gründliches Putzen die Keime. Desinfektionsmittel sind nur in besonderen Situationen nötig, etwa wenn jemand im Haushalt krank ist oder Sie rohes Fleisch verarbeitet haben.
- Trockenheit einplanen. Feuchte Tücher und nasse Flächen sind ein Nährboden für Bakterien und Schimmel. Lüften Sie nach dem Putzen und lassen Sie die Tücher an der Luft trocknen.
Nachfüllbeutel und Konzentrate lohnen sich beim Einkauf außerdem, weil sie Verpackung sparen. Beachten Sie in jedem Fall die Hinweise auf der Verpackung, wenn es um Einwirkzeit oder die Verträglichkeit mit empfindlichen Oberflächen geht. Herstellerangaben haben Vorrang, wenn Sie unsicher sind, welches Mittel für einen bestimmten Untergrund geeignet ist.