Eingebrannte Soßenspritzer und angetrocknete Käsereste kleben nach ein paar Tagen fest, und viele Reinigungsmittel hinterlassen einen Geruch, der sich beim nächsten Aufwärmen mit dem Essen mischt. Wasserdampf löst diese Rückstände, ohne dass Sie scheuern oder aggressive Chemie einsetzen müssen: Erhitztes Wasser kondensiert an den Innenwänden, weicht die Verkrustungen auf, und ein weiches Tuch nimmt sie ab.

Wer die Mikrowelle täglich nutzt, reinigt sie alle ein bis zwei Wochen gründlich und entfernt größere Spritzer sofort, bevor sie einbrennen. Bei bereits angetrockneten oder eingebrannten Stellen hilft die Dampf-Methode auch nachträglich, braucht dann aber etwas Geduld.

Warum Wasserdampf besser reinigt als Scheuern

Heißer Dampf dringt in angetrocknete und eingebrannte Reste ein und quillt sie auf. Was danach noch haftet, lässt sich meist mit einem Spültuch abwischen, ohne dass ein Scheuerschwamm die Oberfläche angreift. Außerdem erreicht der Dampf Bereiche, die mit einem Lappen schwer zugänglich sind, zum Beispiel die Decke des Garraums oder die Ecken hinter dem Drehteller.

Der zweite Vorteil ist die Hygiene. In Essensresten vermehren sich Bakterien. Die Wärme des Dampfs und das anschließende Abwischen entfernen diese Rückstände gründlicher als ein trockener Lappen. Dazu kommt, dass Sie ohne Reinigungschemie arbeiten. Deren Dämpfe können sich später im Geruch des Garraums oder im Essen bemerkbar machen.

Die Dampf-Routine Schritt für Schritt

Stellen Sie eine mikrowellengeeignete Schüssel mit Wasser in die Mitte des Garraums. Ein Schuss Zitronensaft im Wasser hilft gegen Gerüche, ein Schuss Essig löst Fett besser, beides ist aber nicht zwingend nötig. Erhitzen Sie das Wasser so lange, bis es deutlich dampft. Bei einer normalen Mikrowelle dauert das meist zwei bis drei Minuten. Falls Ihr Gerät ein eigenes Dampf-Reinigungsprogramm hat, können Sie das nutzen; die Schüssel-Methode funktioniert aber in jeder Mikrowelle.

Schalten Sie das Gerät aus und lassen Sie die Tür geschlossen. Der Dampf muss jetzt einige Minuten wirken, damit er an den Wänden kondensiert und die Verkrustungen durchfeuchtet. Fünf bis zehn Minuten sind ein guter Richtwert; bei stark eingebrannten Stellen lassen Sie die Schüssel ruhig länger stehen oder wiederholen den Vorgang. Danach nehmen Sie den Drehteller heraus und wischen Innenwände, Decke und Boden mit einem weichen Tuch oder Schwamm ab. Was sich nicht auf Anhieb löst, weichen Sie mit etwas warmem Spülwasser und einem Tuch ein, statt zu schrubben.

Zum Schluss wischen Sie einmal mit klarem Wasser nach und lassen die Tür offen, damit der Garraum trocknen kann. Das verhindert, dass sich Feuchtigkeit staut und später muffig riecht.

So lange sollten Rückstände einweichen

Die Einwirkzeit entscheidet darüber, ob Sie wischen oder schrubben müssen. Frische, nur angetrocknete Spritzer lösen sich nach fünf bis zehn Minuten Dampf fast von selbst. Eingebrannte Schichten, die schon mehrere Heizvorgänge überstanden haben, brauchen mehr Zeit: Lassen Sie den Dampf dann zwanzig bis dreißig Minuten einwirken und erhitzen Sie das Wasser zwischendurch erneut, sobald es abgekühlt ist.

Bei sehr hartnäckigen Krusten können Sie die Schüssel mit Wasser und etwas Zitronensaft aufstellen und das Gerät laufen lassen, bis der Dampf dicht steht. Lassen Sie den Garraum anschließend über Nacht geschlossen. Was danach noch anhaftet, ist entweder bereits gelöst oder so stark eingebrannt, dass es sich mit einem Holz- oder Kunststoffspachtel vorsichtig abheben lässt, ohne die Wand zu verkratzen.

Diese Oberflächen vertragen kein Scheuern

Nicht jede Fläche der Mikrowelle hält grobe mechanische Reinigung aus. Die Türdichtung, meist ein Gummi- oder Silikonring, verträgt keine Scheuerschwämme oder harten Bürsten. Beschädigte Dichtungen lassen Wärme entweichen und machen die Tür undicht. Reinigen Sie sie nur mit einem weichen, leicht feuchten Tuch.

Auch die Innenwände sind empfindlich. Viele Geräte haben eine Lack- oder Emailleschicht, die bei Kratzern stumpfe oder rostige Stellen bekommt. Deshalb sollten Sie keine Stahlwolle, keine Topfkratzer und keine Scheuerpulver verwenden. Für festsitzende Reste reicht ein weicher Schwamm; wenn gar nichts mehr hilft, wiederholen Sie die Dampfbehandlung, statt härter zu schrubben.

Die Lüftungsschlitze im hinteren oder seitlichen Bereich nehmen Sie mit einem feuchten Tuch ab, ohne etwas in die Öffnungen zu stecken oder hineinzusprühen. Feuchtigkeit in der Elektronik oder am Bedienfeld kann Kurzschlüsse verursachen. Wischen Sie das Bedienfeld deshalb nur mit einem leicht feuchten Tuch und trocknen Sie es danach ab. Der Drehteller aus Glas dagegen ist robust: Er verträgt warmes Spülwasser und meist auch die Spülmaschine, wenn der Hersteller es erlaubt. Das Drehkreuz und die Rollenringe wischen Sie nur ab und achten darauf, dass sie wieder richtig einsitzen.

Welche Hausmittel helfen

Zitronensaft, Essig und Spülmittel decken fast alle Fälle ab. Zitrone neutralisiert Gerüche, Essig löst Fett und Kalk, und ein Tropfen Spülmittel im Wischwasser entfernt fettige Rückstände, die der Dampf allein nur anweicht. Nach Essigbehandlungen lüften Sie den Raum kurz, der Geruch verfliegt aber auch bei geschlossener Tür nach einiger Zeit.

Wenn etwas eingebrannt ist und der Geruch abbrennt, öffnen Sie zuerst die Tür und ein Fenster, damit der Rauch abziehen kann, bevor Sie mit der Reinigung beginnen. Backofenreiniger, chlorhaltige Mittel und stark alkalische Sprays gehören nicht in die Mikrowelle, weil Rückstände davon beim nächsten Erhitzen mit dem Essen in Kontakt kommen können. Essig und Zitronensaft verwenden Sie immer nur verdünnt im Wasser und wischen die Innenwände nach der Reinigung mit klarem Wasser ab.